5.0 - Informationen rund ums Leben mit Blutgerinnungshemmern


Hier finden Sie nützliche Informationen, rund um die Thematik der oralen Antikoagulanzientherapie, Ernährungstipps und sonstige, nützliche Informationen. Sollten Sie noch Hinweise haben, die hier nicht erwähnt, Ihrer Meinung nach jedoch nennens- und erwähnenswert sind, so lassen Sie uns dieses wissen. Gerne nehmen wir Ihre Anregungen mit auf.


Ernährung

Wasser ist Leben

Ich bin ein Typ Mensch, der in der Regel relativ wenig trinkt – und damit meine ich jetzt nicht das Thema Alkohol, von dem ich ohnehin sehr selten konsumiere. Morgens ein Pott Kaffee und ein Glas Cola oder Schorle und das war es dann den Tag über bis ich von der Arbeit wieder Heim kam. Diese Angewohnheit war meiner treusorgenden Lebensgefährtin ein Dorn im Auge und so kam es, dass sie mir seid einigen Wochen allmorgendlich eine Flasche fertig machte, welche ich zur Aufgabe bekam, während meiner Arbeitszeit zu mir zu nehmen.

Wasser ist LebenKlar und ohne Zweifel hat sie recht! Gerade in unserer Situation und den krankheitsbedingten Medikamentenkonsum ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geradezu zwingend erforderlich. Andernfalls laufen wir Risiko, dass unsere Nieren auf Dauer einen schweren Schaden erleiden und wir noch viel größere Probleme bekommen.

Auf die gesteigerte Flüssigkeitszufuhr war mein Körper, und vor allem meine Marcumar-Dosierung, überhaupt nicht eingestellt. Dieses hatte unweigerlich zur Folge, dass die nachfolgende Kontrollmessung einen zu geringen INR-Wert hervorbrachte und die Dosierung entsprechend höher ausgefallen ist. In der Woche hatte ich dann die neuen Trinkgewohnheiten noch nicht in Gänze verinnerlicht und die „verordnete Trinkflasche“ das ein oder andere Mal vergessen. Konsequenz aus einer erhöhten Dosierung und doch wieder verminderten Flüssigkeitszufuhr: Der INR-Wert war in erheblichem Maße erhöht. In der Folgewoche dann das ganze Spiel nochmals, nur im umgekehrten Sinne.

Mittlerweile habe ich mich an die gesteigerte Flüssigkeitszufuhr gewöhnt und vergesse auch meine Trinkflasche nicht mehr – im Gegenteil, ich mache sie mir mittlerweile sogar selber und freiwillig fertig. Und auch meine Gerinnungswerte haben sich wieder stabilisiert. Gewiss hat dieses zur Folge gehabt, dass mein Grunddurchsatz – also der erforderliche Bedarf an Gerinnungshemmer zur Erhaltung eines optimalen Zielwertes – gestiegen ist.

Wie Ihr jedoch seht – einerseits ist damit eindeutig erwiesen, dass die Gerinnungswerte insbesondere auch vom Verhältnis zwischen Flüssigkeitshaushalt und gerinnungshemmender Medikamente, als auch von einem kontinuierlichem Lebensstil abhängig sind. Insbesondere gilt es dieses im Sommer, bedingt des veränderten Flüssigkeitshaushaltes durch Schwitzen, als auch zu Urlaubszeiten zu berücksichtigen.


Ernährung

Muss ich eine Diät machen nur weil ich blutgerinnungshemmende Medikamente einnehme?

Eines gleich vorweg - eine besondere Diät müsst Ihr, wenn Ihr blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen müsst, nicht machen!

Solltet Ihr jedoch über- oder untergewichtig sein, wird es grundsätzlich nicht schaden durch entsprechende Ernährung sein Gewicht zu normalisieren. Ein gesundes Körpergewicht führt grundsätzlich zu besseren Blutwerten und somit auch zu einem besseren Allgemeinbefinden! Ob und welche Diät Ihr unter Umständen durchführen solltet, wird Euch Euer Arzt bestimmt und gerne mitteilen. Aber die Einnahme von blutgerinnungshemmenden Mitteln zieht keine Diät zwangsläufig mit sich.

Gewiss gibt es jedoch als Betroffener ein paar grundsätzliche Dinge, hinsichtlich der Ernährung, zu beachten. Einiges hierzu hatte ich ja bereits mal in einem anderen Artikel hier angerissen. Als "Feind" der blutgerinnungshemmenden Medikamente zählt natürlich das Vitamin K. Vitamin K zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und ist überwiegend in grünen Gemüsen enthalten. Aber keine Sorge - Ihr müsst jetzt nicht zwangsläufig auf jedes Gemüse verzichten. Ihr dürft auch nach wie vor grüne Gemüsesorten essen, denn auch die gehören zu einer ausgewogenen Ernährung. Ihr sollt einfach nur verhindern, dass Ihr diese Gemüsesorten in übermäßigen Mengen einnehmt - eine normale Portion schadet keineswegs. Beachtet jedoch, dass, solltet Ihr betroffene Gemüsesorten am Tag der Kontrollmessung oder den letzten beiden Tagen zuvor eingenommen haben, so kann dies bereits den dann aktuell gemessenen INR-Wert beeinflusst haben. Im Zweifelsfall also lieber ein bis zwei Tage später nochmals eine Kontrollmessung hinterher schieben und die Dosierung ggf. korrigieren.

Aber in welchen Gemüsesorten findet man nun Vitamin K? Dazu nachfolgend eine kleine Auflistung:

  • Endiviensalat
  • Spinat
  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Wirsing
  • Rosenkohl
  • Mangold
  • Lauch, Porree
  • Knollensellerie
  • Grünkohl
  • Brokkoli, Blumenkohl, Romanesco
  • Spitzkohl
  • Blattsalate

Wir erheben in keiner Weise Anspruch auf die Vollständigkeit der Liste Vitamin-K-haltiger Lebensmittel. Die hier gewählte Reihenfolge ist auch keinem Vitamin-K-Gehalt zu zuordnen.

Bei Interesse können wir Euch jedoch gerne eine ausführlichere Liste auch mit Gehaltsangaben zukommen lassen. Schickt uns hierzu bitte einfach eine Anfrage per Email an kontakt@inr-management-system.eu , Kennwort Vitamin-K! Hierzu müsst Ihr auch kein registrierter Nutzer des INR-Management-System online sein. Dieser Service kostet übrigens, abgesehen von der Zeit, die Ihr für das Schreiben der Email aufbringen müsst, nichts!


Ernährung

Grundregeln zur Ernährung

Wie Sie es sicherlich noch aus der Schulung, zur Handhabung des INR Selbstmanagements, kennen, sind Vitamin-K-haltige Lebensmittel ein Gegenspieler in der oralen Antikoagulanzientherapie und können sich bei übermäßigen Genuss negativ auf die erforderliche Dosierung der Coumadin-Präparate auswirken. Deshalb gilt, dass Sie auf diese Lebensmittel nicht verzichten müssen, diese jedoch nicht mehrmals in der Woche zu sich nehmen und auch die Portion sollte nicht zu groß sein. Wenn Sie dieses beherzigen brauchen Sie nahezu auf nichts in dieser Richtung verzichten. Grundsätzlich würde auch nichts dagegen sprechen jeden Tag diese Lebensmittel zu sich zu nehmen. Es hätte letztendlich nur die Folge, dass der Gesamtdurchsatz an Marcumar sich erhöhen würde. Und weiter bestünde dann jedoch das Problem, sich regelmäßig eine beständige Ration Vitamin-K zu zuführen was schlussfolglich zu Schwankungen der INR-Werte führen würde.Zu den relevanten Lebensmitteln gehören schon einmal alle Kohlsorten (Rotkohl, Weißkohl, Kohlrabi, etc.).

Ebenso wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Die Aussage "ausreichend zu trinken" bezieht sich, selbstredend, natürlich auf alkoholfreie Getränke! Aber auch hier gilt, insofern Ihr gesundheitlicher Allgemeinzustand nichts anderes vorgibt, dass ab und an mal ein Glas Bier oder Wein, nicht verboten ist. Aber Achtung - gerade bei Wein, insbesondere Rotwein, gilt es, diesen nur in Maßen zu genießen. Warum? Rotwein enthält Säuren, welche die Blutgerinnung auf einer vergleichbaren Ebene wie Acetylsalicylsäure, bekannt auch unter den Handelsnamen Aspirin oder ASS, das Blut verdünnt, und wir deshalb Medikamente dieser Art nicht einnehmen dürfen! Und was den Genuß alkoholfreier Getränke betrifft, so gilt es täglich seine 2-3 Liter zu trinken. In den warmen Sommermonaten gilt es die Menge ggf. auch zu erhöhen da wir doch einen gewissen Teil durch die Transpiration verlieren.


INR-Messung

Abweichungen und zulässige Toleranzen

Die Herstellung der Gerinnungsmonitore und der zugehörigen Teststreifen unterliegen strengen Qualitätskontrollen - nicht zuletzt hängt das Leben der Betroffenen Nutzer im entscheidenden Maße von der Zuverlässigkeit dieser Messgeräte und den ermittelten Gerinnungswerten ab.

Dennoch kommt es bei jeder produzierten Charge zu gewissen Toleranzen, welche sich entsprechend auf den ermittelten Gerinnungswert auswirken können. Mal kann es vorkommen, dass der angezeigte Wert in höher ist als der physisch tatsächlich gemessene Wert es ist, mal niedriger. Gewiss führt dieses zu einem gewissen Misstrauen gegenüber den Gerinnungsmonitoren. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert in regelmäßigen Abständen die selbst gemessenen Werte mit Laborwerten, welche an Hand einer Gerinnungskontrolle beim behandelnden Arzt durchgeführt wurde, abzugleichen.

Auch den Herstellern sind gewissen Abweichungen und Diskrepanzen hinsichtlich der Genauigkeit bekannt - werden diese jedoch damit abgetan, dass sich die Abweichungen innerhalb der zulässigen Toleranzen befinden. Gewiss gibt es auch zu diesen zulässigen Toleranzen gewisse Vorgaben seitens der Gesetzgebung - doch wer kennt sich mit diesen schon aus. Ziel ist es auch hier nicht, weder über die geltende Gesetzgebung zu informieren, noch das Misstrauen gegenüber den Gerinnungsmonitoren zu schüren. Der Hersteller Roche Diagnostics bietet auf seinen Internetseiten Informationen zu den bestehenden Abweichungen der gefertigten Chargen, sowie entsprechenden Korrekturfaktoren an. Nähres findet Ihr hier

Sollten hierzu noch Fragen sein stehe ich Euch gerne zur Verfügung.


INR-Messung

Marcumar im Urlaub

Selbstverständlich hat auch ein Marcumar-Patient das Bedürfnis und das Recht auf Urlaub. Und ebenso auch das Bedürfniss, Reisen - so wie früher - zu unternehmen... Auslandsreisen, Flugreisen, Schiffsreisen oder auch mit dem Auto. Selbstverständlich ist dieses auch als Marcumar-Patient möglich und erlaubt. Aber auch hier gibt es einiges zu beachten!

Langes Sitzen, und das womöglich auch noch relativ beengt, ist nicht nur für Marcumar-Patienten ein Risiko sondern für jeden... auch für anscheinend sonst gesunde Menschen. Als Marcumar-Patient sollte man auf jeden Fall dann Thrombosestrümpfe tragen. Nicht schick aber sicher ist sicher. Gleich im Jahr nach meiner Operation bin ich auf die Insel Mallorca geflogen. Das Wetter beim Start war schön und bei Ankunft noch schöner. Kurze Hose und dann solche Strümpfe sind nicht gerade der neueste Modeschrei... eher ein Modeschreck. Aber kein Problem - Man(n) ist ja eitel und hat sich die Strümpfe zuvor in die Hosentasche gesteckt und nach dem Bording erst angezogen und nach der Landung, noch vor Verlassen des Fliegers wieder ausgezogen. Zudem hatte ich mich im Vorfeld mit meinem Hausarzt kurzgeschlossen. Dieser hatte mir dann ein Rezept über Heparinspritzen (Clexane) ausgestellt. Zwei Tage vor Urlaubsantritt hatte ich dann, parallel zur gewohnten Messung und Dosierung, Heparin gespritzt. Die Spritzen für den Rückflug hatte ich entsprechend im Reisegepäck verstaut und auch hier 2 Tage vor Abreise wieder angefangen Heparin zu spritzen.

Nicht in jedem Ausland gibt es die Medikamente, welche wir hier in Deutschland bekommen. Insofern gilt, dass man für die Dauer des Aufenthaltes ausreichend Medikamente mitführt. Bei Flugreisen sollte man zudem den erforderlichen Bedarf für den gesamten Aufenthalt in jedem Reisegepäckstück mitführen. Also den vollen Bedarf im Handgepäck und jeweils in jedem Koffer. Dann habt Ihr die Sicherheit, dass sollte der ein oder andere Koffer abhanden kommen, immer ausreichend Medikamente dabei zu haben. Den Gerinnungsmonitor solltet Ihr jedoch unbedingt im Handgepäck mitführen. Warum? Die Ladebereiche eines Flugzeugs werden kaum bis gar nicht beheizt was das Gerät schädigen kann. Des Weiteren gehen die Flughafenbediensteten nicht immer gerade sanft mit den Gepäckstücken um, wodurch der Gerinnungsmonitor ebenfalls Schaden erleiden kann.

Aber ACHTUNG! Was die Einfuhr von Medikamenten, insbesondere in größeren Mengen, betrifft, solltet Ihr Euch unter Umständen bei den jeweils zuständigen Behörden abklären. Ich hatte mir vorgenommen mal für 4 Wochen in die Vereinigten Staaten zu fliegen. Wer kennt sich, zum Thema Einfuhrbeschränkungen, besser aus als der Zoll? Unser Zoll verwies mich jedoch an das Generalkonsulat der USA in Berlin, jene verwiesen mich an die Deutsche Botschaft an die Staaten. Von dort aus wurde ich an die FDA verwiesen... aber alles Fehlanzeige. Weiter gibt es in den Staaten soetwas wie die INR-Selbstbestimmung nicht und auch die "Hausärzte" machen das nicht. Dort gibt es sogenannte Antikoagulanzienzentren. Solltet Ihr also mal in die Staaten fliegen wollen, solltet Ihr Euch im Vorfeld schlau machen, wo das nächste Zentrum wäre... nur für den Fall der Fälle. Eine Universität in den Staaten, welche ein solches Zentrum in der Nähe meines geplanten Zielortes betreut, gab mir dann den Tipp mich, bezüglich der Medikamenteneinfuhr, an das Department of Homeland Security (www.dhs.gov)zu wenden. Ach ja - und wegen des Gerinnungsmonitors, bzw. vielmehr wegen der Stechhilfen müsst Ihr Euch dann an die Fluggesellschaft wenden! Wichtig vor allem bei Flügen in die Staaten. Mir war nach so viel Hin und Her die Freude auf die Staaten vergangen und ich war ein weiteres Mal nach Mallorca geflogen.

Und als Letztes gilt es dann noch die Ernährung zu beachten! Ein Urlaub ist oftmals mit einer Veränderung der Ernährungsgewohnheiten verbunden. Sowohl was die Zeiten der Einnahme betrifft, als auch was die Lebensmittel und deren Zubereitung betrifft. Hier gilt es dann einfach mal zwischendurch die ein oder andere zusätzliche Messung durchzuführen und die Dosierung ggf. zu korrigieren. Und nach der doch wohl hoffentlich unbeschadeten Heimkehr ebenso - denn auch dann erfolgt wieder eine Umstellung der Ernährung.

Ich hoffe, Ihr könnt Euch mit diesen Informationen optimal auf Euren bevorstehenden Urlaub vorbereiten und diesen dann in vollen Zügen und ohne Probleme genießen. Ich wünsche Euch an dieser Stelle einfach nur eine schöne Zeit und kommt gesund wieder!

Ach ja - solltest Ihr ein internetfähiges Handy haben, so könnt Ihr natürlich auch das INR-Management-System online während Eures Urlaubsaufenthaltes via Handy nutzen. Bitte beachtet hierbei jedoch die eventuell anfallenden Kosten seitens Eurer Handyanbieter. Solltet Ihr in einem Hotel unterkommen, so verfügen die ja heutzutage weitesgehend über Internetanbindung.


INR-Messung

Erkältungszeit ist Medikamentenzeit (Wechselwirkungen)

Der Winter gestaltet sich dieses Jahr als recht hartnäckig. Es ist kalt, nass, einfach ungemütlich und vor allem Zeit für Erkältungen. Kaum ein Kollege im Büro und Arbeitsplatz der nicht, mehr oder weniger, vor sich hinröchelt. Und ehe man sich versieht hat man sich angesteckt. Husten, Schnupfen, Kopf und Gliederschmerzen, Fieber, etc. Jeder kennt sie, diese Symptome. Und ebenso kennt jeder die üblichen Haushaltsmittelchen, zu denen man dann gerne greift.

Die Nase sitzt ständig zu, Druck auf Kiefer-, Stirn- und Nebenhöhlen. Nur zu verlockend ist in diesem Augenblick der Griff zum Nasenspray. Aber Achtung! So unscheinbar dieses auch ist - es kann, bei übermäßiger Anwendung, nicht nur zu Veränderungen an der Schilddrüse - und somit an unserer Hormonproduktion - herum schrauben, sondern schon bei kurzzeitiger Anwendung unsere Gerinnungswerte erheblich beeinflussen. Aber nicht, dass Ihr dann denkt: "Ok, dann nehme ich ein bisschen weniger" - Weit gefehlt! Geht der INR-Wert das eine Mal hoch, so kann er beim nächsten Mal runter gehen - unberechenbar. Lässt sich die Anwendung von Nasensprays überhaupt nicht umgehen, dann wirklich nur so wenig wie möglich und ggf. den Kontrollzyklus der INR-Messungen verringern.

Ebenfalls ein oft "geliebtes" Hausmittel sind homöopathische Mixturen wie Meditonsin oder vergleichbare Medikamente. "Natur hat noch nie geschadet?!" Weit gefehlt - denn viele der homöopathischen Mittel enthalten Aconitum, auch bekannt unter dem Begriff Eisenhut, Sturmhut oder Wolfswurz und gehört zur Gattung der Hahnenfußgewächse. Aconitum wird oft und gerne bei Erkältungserscheinungen und Entzündungen (Bindehautentzündung, Mandelentzündung, etc.) verabreicht. Mag gewiss auch seine Berechtigung haben an der wir an dieser Stelle auch in keiner Weise zweifeln wollen. Aber genauso hat Aconitum die Eigenschaft Eure INR-Werte mal ordentlich durcheinander zu würfeln! Also habt bitte Obacht bei der nächsten Erkältung und achtet auf die "alten Hausmittel" - auch hier, sei es sich früher noch so oft bewährt haben, gilt es, lieber einen Blick mehr in den Beipackzettel oder ins Internet zu werfen. Nichts ahnend und von dieser Wirkung noch keine Erkenntnis, hatte ich selber bei einer Erkältung Meditonsin eingenommen und hatte anschließend mit einem extremst erhöhten INR-Wert das böse Erwachen. Auch hier gilt, lässt sich die Einnahme nicht vermeiden, engmaschiger zu kontrollieren und ggf. die Dosierung anzupassen.


INR-Messung

Blutgerinnungshemmende Medikamente und Wechselwirkungen

Verschiedene Medikamente können die Wirkung der blutgerinnungshemmenden Medikamente verstärken oder abschwächen. Insofern sollte jede Medikation, welche parallel zu den blutgerinnungshemmenden Medikamenten eingenommen wird, mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Insbesondere sei auf acetylsalicylsäurehaltige (ASS) Präparate hingewiesen (Medikamente gegen Schmerzen), welche eine verstärkte Blutungsneigung bedingen. Wer blutgerinnungshemmende Medikamente einnimmt, für den sind Medikamente wie Paracetamol oder Metamizol, zur Schmerzlinderung und/oder Fiebersenkung, die bessere Wahl. Grundsätzlich gilt zu beachten, dass die Wechselwirkungen nicht immer voraussehbar sind und daher engmaschigere Kontrollmessungen erforderlich sind. Nachfolgend eine Übersicht über Wirkstoffe, welche eine verstärkte Einflußnahme auf die blutgerinnungshemmenden Präparate zur Folge haben:

Antibiotika: Doxycyclin, Roxythromycin
Schmerzmittel: Naproxen, Rofecoxib, Ibuprofen, Fentanyl, Buprenophin
Herzmittel: Digitoxin, Propanolol
Entwässerungsmittel: Furosemid
Beruhigungsmittel: Diazepam, Haloperidol, Amitryptilin
Chemotherapie: Cisplatin, Methotrexat
Diabetismittel: Glibenclamid

Hier sei jedoch auch erwähnt, dass bei Einnahme diverser Mittel, bzw. Vorliegen entsprechender Krankheiten, in den seltensten Fällen noch die INR-Selbstbestimmung durchgeführt werden darf. In der Mehrheit der Fälle würde die Dosisfestlegung der blutgerinnungshemmenden Medikamenten klinisch, bzw. über den Hausarzt erfolgen.

Grundsätzlich gilt es jedoch zu berücksichtigen die Beipackzettel der Medikamente aufmerksam zu lesen - seien sie auch noch so lang - und im Zweifelsfall lieber einmal mehr den Arzt fragen.


INR-Messung

Was besagt der INR-Wert eigentlich?

Früher wurde die Blutgerinnung in Quick gemessen. Da hier jedoch unterschiedliche Thromboplastine, also die Testmittel, verwendet wurden, kam es zu unterschiedlichen Quick-Werten. Um dieses zu umgehen und so fälschliche Dosierungen zu verabreichen, wurde ein international einheitlicher Wert geschaffen - der INR-Wert.

Der INR-Wert gibt einfach gesagt den Faktor an, um den sich die Zeit bis zur Blutstillung gegenüber einer Person, welche keine blutgerinnungshemmenden Medikamente einnimmt, verlängert.

Je nach Krankheitsbild wird jedem Patienten ein individueller therapeutischer Zielbereich verordnet. Diese können Ihre Grenzen im Bereich von 1.5 INR bis hin zu 4.5 INR haben.

Ab wann eine Über- oder Unterdosierung vorliegt hängt somit in erster Linie vom individuellen therapeutischen Zielbereich ab. Bei einem Großteil der Patienten wird es erforderlich sein, bei Unterschreitung eines INR-Wertes von 2.0 zusätzlich Heparin zu verwenden. Für Patienten, deren untere Grenze des individuellen therapeutischen Zielbereichs bei 1.5 INR liegt, gilt selbstverständlich ein anderer Wert ab dem eine Heparinzugabe erforderlich wird. Aber bitte darauf achten, dass, wenn Heparin parallel zu den blutgerinnungshemmenden Medikamenten genommen wird, der INR-Wert nicht mehr mittels Gerinnungsmonitor geprüft werden kann, sondern eine Laboruntersuchung von venösem Blut erforderlich wird. Die Messung über den Gerinnungsmonitor ist hier nicht mehr zuverlässig.

Von einer Überdosierung spricht man, selbstverständlich auch immer, in Abhängigkeit zum individuellen therapeutischen Zielbereich betrachtet, wenn der obere Grenzwert überschritten wird. Werden jedoch Werte jenseits der 5.0 INR erreicht, sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Verabreichung von Konaktion in Erwägung gezogen werden.


INR-Messung

Gerinnungshemmer und andere Medikamente (Wechselwirkungen)

Es ist Herbst oder Winter - Zeit für Erkältungen! Oft unterschätzt mit ihren Wechselwirkungen, in Verbindung mit Blutgerinnungshemmern, sind oftmals die kleinen Mittelchen, die zu diesen Jahreszeiten Hochkonjunktur haben.Hier gilt es ganz besondere Obacht walten zu lassen und sich doch auch mal die Mühe machen, bzw. Zeit zu nehmen die Beipackzettel zu wälzen.

Ich selber habe z.B. gemerkt, dass insbesondere Nasensprays, meine INR-Werte ein wenig durcheinander würfeln. Da nützt das beste System nichts. Aber keine Sorge - da eine Erkältung oftmals nach einer Woche auskuriert ist, wird diese eine Messung sich nicht großartig auf den Algorithmus und die daraus resultierenden Berechnungen auswirken. Sollte ein Erkältung sich jedoch als sehr hartnäckig erweisen, nützt alles nichts und Ihr solltet auch dann mal den Hausarzt konsultieren.

Ebenso aufgefallen sind mir so kleine homöopathischen Mittel, welche bei Erkältungen gerne genommen werden. Auf natürlicher, bzw. pflanzlicher Basis kann doch nicht schaden?! Doch, im Einzelfall, so auch bei mir, habe ich bereits das ein oder andere Mittel, aus der Hausapotheke verbannt. Hier gilt es einfach die Werte mal in den gegebenen Situationen zu beobachten und Rückschlüsse auf die in den vergangenen Tagen eingenommen Mittel zu ziehen. So könnt Ihr dann sehr schnell erkennen, welche Mittel Ihr ruhigen Gewissens nehmen könnt, und welche Ihr besser meiden solltet. Hier macht sich dann wieder sehr stark bemerkbar, dass wir alle Individuen sind!


INR-Messung

Grundregeln zur INR-Messung selbst

An welchem Tag soll ich die INR-Messung, im Rahmen des INR-Selbstmanagements, durchführen? Nun, über diese Frage streiten sich die Geister. Und gerade das INR-Selbstmanagement bietet einem hier eine gewisse Freiheit und Flexibilität.

Aber die Frage nach dem Wann ist gar nicht so unberechtigt! Als Tag sollte man sich einen Termin aussuchen, um ggf. am nächsten Morgen, sollte der Wert mal aus dem Ruder laufen, einen Arzt aufsuchen zu können. Insofern sollte man die Messung nicht gerade Freitags oder Samstags durchführen. Der Großteil von Euch wird gewiss im Berufsleben stehen, weshalb regional auch eine Messung Dienstags nicht in Betracht gezogen werden sollte, da regional die Arztpraxen Mittwoch nachmittags geschlossen haben.

Ich selber habe mir, nach Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten, beruflichen Arbeitsaufkommen und privaten Hobbies den Dienstag Abend zur Messung auserkoren. Aber das ist eine Entscheidung, die jeder von Euch selber für sich abwägen muss.



Diese Bibliothek wird kontinuierlich ausgebaut werden. Sollten Sie selber Themen oder Fragen haben, so lassen Sie uns diese gerne wissen. Gerne nehmen wir diese hier mit auf. Lassen Sie uns hierzu einen Gästebucheintrag oder eine Email an kontakt@inr-management-system.eu zukommen. Helfen Sie uns hier ein umfassendes Nachschlagewerk aufzubauen. Wir danken vielmals für Ihre Unterstützung.