6.0 - Informationen rund ums Herz


Hier finden Sie nützliche Informationen, rund um das Herz, wie unser Herz arbeitet und was undser Herz im Laufe eines Lebens so leistet. Sollten Sie noch Hinweise haben, die hier nicht erwähnt, Ihrer Meinung nach jedoch nennens- und erwähnenswert sind, so lassen Sie uns dieses wissen. Gerne nehmen wir Ihre Anregungen mit auf.


Wenn nichts mehr geht - Kunstherz

künstliches Herz Ist das eigene Herz, bedingt einer massiven Schwäche (Insuffizienz), nicht mehr in der Lage den Kreislauf aufrecht zu erhalten, so gibt es nur noch eine Möglichkeit – ein neues Herz muss her. Glücklich kann sich derjenige schätzen, für den dann „just in time“ ein Spenderorgan zur Verfügung steht. Doch, bedingt der mangelnden Spenderbereitschaft, der demografischen und medizinischen Entwicklung, werden die Wartelisten für Spenderorgane stetig länger. Zumindest einen Hoffnungsschimmer gibt es aus den Reihen der medizinischen Entwicklung… ein Kunstherz. Weltweit leiden rund 11,5 Mio. Menschen an einer Herzschwäche, davon rund 4 Mio. allein in Europa und mehr als 20.000 Patienten stehen auf der Warteliste für eine Herztransplantation, doch im Jahr werden nur rund 3.500 Herztransplantationen durchgeführt. Im Schnitt muss ein Betroffener in Deutschland 1 bis 1½ Jahre warten. Alternativen sind also unabdingbar.

Die Medizin forschte schon in den 60er nach Möglichkeiten eines künstlichen Herzens. Am 4. April 1969 erfolgte bereits die erste Implantation eines künstlichen Herzens in Houston/Texas. Der damals 47-jährige Haskell Karp bekam ein künstliches Herz, welches dann nach seinem 65-stündigen Einsatz wieder explantiert und durch ein Spenderorgan ausgetauscht wurde. Kurz nach der Herztransplantation verstarb Haskell Karp jedoch.
Kunstherz Typ Jarvik-713 Jahre später, am 2. Dezember 1982 wurde einem pensionierten Zahnarzt in Utah das erste Kunstherz als Langzeitimplantat, in einer 7-stündigen Operation, eingesetzt. Nachdem der Zahnarzt mehreren Thrombosen trotzte verstarb er dennoch nach 112 Tagen. Am 25. November 1984 wurde dem US-Amerikaner William J. Schroeder ein Kunstherz eingesetzt, doch auch er verstarb dann nach 620 Tagen an den Folgen eines Schlaganfalls. In beiden Fällen kam ein Kunstherz vom Typ Jarvik-7 zum Einsatz.

künstliches Herz modernDank des medizinischen Fortschritts ist es in Europa mittlerweile soweit, dass die Patienten 5 Jahre und länger mit einem Herzunterstützungssystem leben. Problem hierbei ist jedoch einfach die Größe der Systeme und die Energieversorgung. Die Batterien halten, je nach System, 4-8 Stunden und müssen dann ausgetauscht werden. Grundlegend eingeteilt werden die Herzunterstützungssysteme in die Gruppen Linksherz-, Rechtsherz- oder Komplettherzsysteme. Hierbei wird dann weiter unterschieden, je nachdem, ob das System – abgesehen von der Energieversorgung – komplett in den Körper implantiert wird, oder ob das Pumpensystem außerhalb des Körpers geführt und durch Schläuche mit dem Körper verbunden ist. Wie auch immer – die begrenzte Energieversorgung, das Infektionsrisiko und eine gerinnungshemmende Therapie mittels Marcumar, Phenprocoumon, Falithrom, o.ä. ist unabdingbar. Auch die Wärmeentwicklung der Pumpen stellt ein enormes Problem dar. Zwar gibt es Pumpen, welche eine nicht so hohe Wärmeentwicklung aufweisen, diese verursachen jedoch Schäden am Blut. Die Art der Blutströmung muss daher zwingend in die Entwicklung von Herzunterstützungssystemen mit eingebunden werden.

Und wieder zeigt sich einmal, welch natürliches Wunderwerk wir in uns tragen!!!




Wasser – Was passiert wenn wir zu wenig oder zu viel trinken?

Immer wieder hört man, dass man ausreichend trinken müsse – dem ist auch so und es ist lebensnotwendig. Den rund 60 – 63% unseres Körpers bestehen aus Wasser. Dabei unterscheidet man zwischen Wasser, welches in den Zellen benötigt wird und Wasser, welches zwischen den Zellen unseres Körpers zum Einsatz kommt.

Grundlegend wird dem Wasser in unserem Körper verschiede Aufgaben zugeordnet.

  • Wasser als Baustoff: Wasser, als Bestandteil aller Zellen und Körperflüssigkeiten sorgt, in Verbindung mit den Mineralstoffen, für die stetige Zellneubildung und hält diese im Gleichgewicht (osmotischer Druck).
  • Wasser als Lösungsmittel: Durch die Verdauungssäfte werden die Nähr- und Wirkstoffe aus den aufgenommenen Lebensmittelns herausgelöst und können so durch unseren Körper weiter verarbeitet werden.
  • Wasser als Transportmittel: Durch das Blut, welches aus bis zu 90% aus Wasser besteht, werden die gelösten Nähr- und Wirkstoffe zu den Zellen transportiert. Von dort erfolgt ebenso der Abtransport der „Abfallprodukte“, welche die Zellen produziert haben.
  • Wasser zur Wärmeregulierung: Bei großer Hitzeeinwirkung und/oder körperlich schwerer Arbeit versucht der Körper sich zu kühlen und vor Überhitzung zu schützen. Dazu wird Schweiß produziert und entzieht dem Körper bei Verdunstung auf der Hausoberfläche Wärme.

Alle vorgenannten Aufgaben erfolgen in einem gewissen Gleichgewicht und durch das Wasser in unseren Körper. Entsprechend ist es unsere Aufgabe, insbesondere Wasser, welches durch das Ausscheiden von Körperflüssigkeiten (Schweiß, Urin, Kot), für den Körper verloren ist, auszugleichen. Insgesamt handelt es sich hierbei um ein äußerst sensibles Kreislaufsystem.

Werden insbesondere die Wasserverluste nicht zeitnah ausgeglichen, so kann dieses für den Menschen einen lebensbedrohlichen Zustand herbeiführen. Unser Körper würde sich vergiften da es zu einer Konzentration der Giftstoffe in dem noch vorhandenen Wasser kommen würde. Schad- und Abfallstoffe, welche in den Zellen anfallen, können nicht abtransportiert werden. Ein Verlust von 20% und mehr ist lebensbedrohlich.

Doch man hört auch immer öfters davon, dass Jugendliche Koma-Saufen mit Wasser machen. Geht das überhaupt? Ja! Wenn man dem Körper mehr Flüssigkeiten zuführt als dieser verarbeiten kann oder verliert, führt dieses zu einem regelrechten Ertränken des Körpers. Dies führt zu einer derartigen Verdünnung der noch vorhandenen Mineralstoffe, dass diese nicht mehr zu den Zellen kommen sondern ausgeschieden werden. Dieser Mineralstoffverlust kann zu einem lebensbedrohlichen Ungleichgewicht führen. Insbesondere der Natriumverlust führt zu einem Paradoxum – der Körper signalisiert Durst. Wer diesem falschen Durstsignal folgt begibt sich in einen Teufelskreislauf, die immer weiter abfallende Konzentration an Nährstoffen verstärkt das Durstempfinden und kann letzten Endes zu einem Anstieg des Hirndrucks und/oder zur Erschöpfung des Herzens führen. Der Körper ist regelrecht ertrunken – der Mediziner spricht hier auch ganz unmissverständlich von einer Wasservergiftung. Auch die Aufnahme von Mineralwasser hilft hier nur bedingt denn die Nährstoffe stehen oftmals biologisch nicht zur Verfügung. Insbesondere geht es hierbei um die Nährstoffe Natrium, Kalium und Magnesium. Diese Nährstoffe sollten möglichst auch nicht über Wasser, sondern in anderer Form, sprich mit den Lebensmitteln zu sich genommen werden.

Doch wie viel Wasser ist ausreichend? Das ist eine berechtigte Frage. Doch so individuell der Mensch ist, so individuell muss hier auch die Antwort ausfallen denn der Wasserbedarf ist u.a. abhängig vom Alter und der Körperkonstitution, ebenso wie von der klimatischen Region in der man sich befindet und von der Art der ausgeübten Tätigkeit. Der durchschnittliche Tagesbedarf an Wasser liegt bei rund 40 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Kinder und ältere Menschen benötigen mehr, ebenso Leute die eine körperlich schwere Arbeit verrichten oder bei Krankheiten, welche einen Wasserverlust verursachen (Durchfall). Zu beachten gilt jedoch aus, dass Teile des benötigten Wasser mit den Lebensmitteln aufgenommen werden.


Bluthochdruck - 10 Fragen - 10 Antworten

Bluthochdruck – vom Mediziner allgemein als Hypertonie oder auch Arterielle Hypertonie bezeichnet. Es wäre natürlich zu einfach, wenn es mal zur Abwechslung eine Begrifflichkeit in der Medizin gäbe, ohne dass diese – weiß Gott – wie viele Abwandlungen geben würde. Aber erst einmal etwas grundsätzliches vorweg…

Rund die Hälfte der Bürger hier zu Lande „leiden“ an Hypertonie. Dass das „leiden“ in Anführungszeichen steht hat schon seinen Grund, denn nur rund die Hälfte jener weiß überhaupt, dass er/sie an Bluthochdruck erkrankt ist. Und von denen die es wissen sind auch nur rund 40% in Behandlung.

Blutdruckmessung

Das Problem ist, dass alle Zusammenhänge unseres Organ- und Herzkreislaufsystems, welches auf den Blutdruck Auswirkungen haben, noch weit davon entfernt sind erforscht zu sein. Doch nun erst einmal zu den 10 Fragen und Antworten rund um das Thema Bluthochdruck:

  1. Was ist eigentlich Bluthochdruck?
    Ganz allgemein und global formuliert ist Bluthochdruck eine Erkrankung des Gefäßsystems bei der die Blutdruckwerte längerfristig erhöht ist. Bei rund 90% der betroffenen kann eine organische Ursache – also eine Erkrankung von Nieren, Schilddrüse oder sonstige – nicht ausgemacht werden. In diesem Fall spricht der Mediziner von einer primären oder essenziellen Hypertonie. Bei den übrigen 10% kann jedoch eine andere ursächliche Grunderkrankung festgestellt werden – in diesem Fall handelt es sich um eine sekundäre Hypertonie. Hier steht dann im weiteren Verlauf natürlich die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund da, mit deren Behandlung, der Blutdruck auch wieder Normalwerte annehmen wird.
  2. Ist Bluthochdruck gefährlich?
    Diese Frage gilt es mit einem ganz klaren und unmissverständlichen „JA“ zu beantworten, denn ein unbehandelter Bluthochdruck kann langfristig wichtige Organe wie Herz, Nieren und Gehirn aber auch die Gefäße schädigen. Folgen daraus können entsprechend Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Daraus resultiert auch das Hauptziel der Blutdrucksenkung als Behandlungsmethode einer primären Hypertonie.
  3. Was ist Ursache für einen Bluthochdruck?
    Der Blutdruck wird durch ein komplexes System und Zusammenspiel der Organe, Blutgefäße, biochemischer Prozesse und Nervensystem gesteuert. Wie eingangs bereits erwähnt ist dieses System derart komplex, dass es bis Dato noch nicht in Gänze erforscht werden konnte, weshalb die Ärzte heute nur lückenhaft wissen, an welchen Stellen dieser Mechanismus gestört wird und somit einen Bluthochdruck verursacht. Das wiederum heißt im Umkehrschluss, dass körperliche Ursachen für einen Bluthochdruck heute noch unbekannt sind. Durch umfangreiche Studien konnten bis Dato gewisse Erbanlagen und Lebensgewohnheiten festgestellt werden. In Betracht kommen hier zu wenig Bewegung, Übergewicht und ungesunde Ernährung sowie Stress.
  4. Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?
    Eine einmalige Messung zu Hause ist hier in keiner Weise ausreichend! Bei allgemeinen Tests und Routineuntersuchungen wird durch den Hausarzt immer wieder der Blutdruck gemessen. Sollte hierbei ein Wert abweichend von der Norm festgestellt, so hat der Arzt die Möglichkeit weitere Untersuchungen anzustreben. In wie weit dieses erforderlich ist wird in erster Linie abhängig von den gemessenen Werten sein und der persönlichen Einschätzung des Patienten durch den Arzt. Um einen Bluthochdruck diagnostizieren zu können sind mindestens drei Messungen an zwei Tagen durch den Arzt erforderlich. Zusätzlich kann dieser die heimischen Patientenmessungen hinzu ziehen. Hierbei gilt jedoch zu berücksichtigen, auf welche Art und Weise der Patient die Heimmessung durchgeführt hat. Weiter hat der Arzt die Möglichkeit eine Langzeit-Blutdruckmessung durchzuführen. Alle Werte zusammengefasst geben dann Aufschluss auf eine Hypertonie und deren Ausmaß.
  5. Ab wann spricht man eigentlich von Bluthochdruck?
    Der Normal-Blutdruck beträgt im Schnitt 120/80 mmHg, wobei niedrigere Werte optimal sind. Auch Werte von den vorgenannten bis zu 129/84 mmHg gelten nach der Einschätzung der in Deutschland ansässigen Ärzte als Normaldruck. Nach Ansicht der WHO (World Health Organisation – Weltgesundheitsorganisation) und den praktizierenden Ärzten in den USA gilt dieses jedoch bereits als eine leichte Form des Bluthochdrucks. Auch Werte bis 139/89 mmHg gelten, wenn als „Normalhoch“ eben als Normalwerte. Bei Blutdruckwerten höher 140/90 mmHg beginnt die Einstufung zum Bluthochdruck, wobei die Relevanz analog zur Werterhöhung eingestuft wird. Bis 159/99 mmHg wird von einer leichten, bis 179/109 mmHg von einer mittelschweren und Werten ab 180/110 von einer schweren Hypertonie gesprochen. Überwiegend ältere Leute leiden an einer Sonderform des Bluthochdrucks, der sogenannten isolierten systolischen Hypertonie. Diese liegt vor, wenn der obere Blutdruckwert bei 140 mmHg, bzw. höher liegt und der untere Wert niedriger 90 mmHg erreicht.
  6. Was kann man als Patient gegen Bluthochdruck machen?
    In erster Linie kann ein betroffener Patient seine Lebensgewohnheiten überdenken und entsprechend anpassen, heißt: Normalgewicht anstreben, Alkoholgenuss in Maßen oder gar komplett darauf verzichten, Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung mit möglichst wenig Salz.
  7. Ab wann muss ich Medikamente einnehmen?
    Wird eine schwere Hypertonie festgestellt werden in der Regel umgehend blutdrucksenkende Präparate verordnet. Parallel dazu sollte durch den Patienten jedoch die Lebensgewohnheiten entsprechend überdacht und angepasst werden. Wird hingegen nur eine leichte oder mittelschwere Hypertonie festgestellt wird in der Regel in umgekehrter Reihenfolge vorgegangen, heißt: Erst bemüht sich der Patient seine Lebensgewohnheiten anzupassen. Sollte hier trotz aller Bemühungen nach rund 3 Monaten keine zufriedenstellende und adäquate Besserung festgestellt werden, wird, nach persönlicher Einschätzung des behandelnden Arztes, ein blutdrucksenkendes Medikament verordnet. Grundsätzlich wird im Rahmen der persönlichen Einschätzung durch den behandelnden Arzt das Gesamtrisiko abgewägt, sprich, eventuelle Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder erbliche Vorbelastungen oder anderweitige Erkrankungen wie Diabetes oder einer Schilddrüsenerkrankung mitberücksichtigt.
  8. Wie lange müssen die Medikamente eingenommen werden?
    Grundsätzlich und vorweg kann eine Bluthochdruckerkrankung nicht geheilt werden. Sollte eine Hypertonie sekundärer Natur sein, sollte sich dieser nach Heilung der Grunderkrankung entsprechend auch normalisieren, womit die Einnahme der blutdrucksenkenden Medikamente ebenso entsprechend begrenzt sein sollte. Ist die Bluthochdruckerkrankung primärer Natur ist eine Einnahme der Medikamente in der Regel aus Lebzeiten zu betrachten. Setzt man diese ab, steigt der Blutdruck in der Regel wieder an. Blutdrucksenkende Medikamente sollten keinesfalls ohne vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden da dieses zu erheblichen Blutdruckschwankungen führen kann. Unter Einnahme der Medikamente kann ein Voranschreiten der Bluthochdruckerkrankung für gewöhnlich eingedämmt werden und so das Risiko eines Infarktes oder Schlaganfalls erheblich mindern. Zudem ist, auch mit Einnahme der blutdrucksenkenden Mittel, ein nahezu normales Leben möglich.
  9. Warum müssen oftmals mehrere Medikamente eingenommen werden?
    Wie eingangs erwähnt ist die Blutdrucksteuerung unseres Körpers ein sehr komplexes System. Dies macht es oftmals erforderlich blutdrucksenkende Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen zu verordnen da diese entsprechend unterschiedlich auf die Blutdruckregulierung einwirken. Weiter wurde oftmals beobachtet, dass der Körper den eingenommenen Medikamenten entgegen wirkt oder sich im Laufe der Zeit eine gewisse Gewöhnung darstellt. Daher ist es oftmals notwendig, dass im Laufe der Jahre die Dosierung oder die Kombination der blutdrucksenkenden Medikamente geändert und angepasst werden muss. Auch ist bei Ansetzen einer blutdrucksenkenden Therapier die Reaktion des Körpers und des Blutdrucks zu beobachten. Oftmals muss auch hier zu Beginn der Therapie die Kombination und/oder Dosis entsprechend angepasst werden. Dieses sollten Sie jedoch auf keinen Fall eigenmächtig durchführen.
  10. Gibt es Nebenwirkungen?
    Erstes und oberstes Ziel im Rahmen einer Bluthochdrucktherapie ist eine möglichst effiziente Blutdrucksenkung mit möglichst wenigen Neben- und Wechselwirkungen. Doch jede medikamentöse Therapie hat Nebenwirkungen. Diese sind den Beipackzetteln des verordneten Präparates zu entnehmen und im Bedarfsfall mit Ihrem behandelnden Arzt zu besprechen. Eventuelle Wechselwirkungen – also Reaktionen im Zusammenhang mit parallel einzunehmenden Medikamenten - wird Ihr Arzt grundlegend bereits bei der Wahl der Blutdrucksenker weitgehend berücksichtigen und das Risiko entsprechend abwägen. Doch auch hier wird Ihr Arzt Ihnen entsprechend Rede und Antwort stehen. Bedingt der Vielzahl der Medikamente, welche im Rahmen einer Bluthochdrucktherapie in Frage kommen können, und jede Medikamentengruppe teils unterschiedliche Wechsel- und Nebenwirkungen aufweist, bitte ich um Verständnis, dass diese hier nicht im Detail aufgeführt werden können. Darüber hinaus sollten Sie grundlegend Ihren Arzt konsultieren, sollte hier noch Klärungsbedarf sein.


Herzrhythmusstörungen - Ein Begriff mit vielen Gesichtern

Wie Ihr in früheren Berichten erfahren habt, ist unser Herzmuskel eine Zweikreispumpe mit enormer Leistungsfähigkeit. Hier nochmals ein paar Eckdaten:

  • 2 Vorhöfe (Atrien)
  • 2 Herzkammern (Ventrikel)
  • 2 Mitralklappen (zwischen Atrium und Ventrikel)
  • 1 Aortenklappe (zum Körper hin – großer Kreislauf)
  • 1 Pulmonalklappe (zur Lunge hin – kleiner Kreislauf)
  • Durchschnittlich 3.878.928.000 Herzschläge
  • Durchschnittlich 775.785.600 Liter und durch über 150.000 km Blutgefäße gefördertes Blutvolumen

Die Abfolge, in der die insgesamt 4 Herzklappen tätig werden, ist hierbei optimal und den Leistungsanforderungen entsprechend aufeinander abgestimmt. Sobald diese Abstimmung „aus dem Takt“ gerät spricht der Mediziner von einer Herzrhythmusstörung. Die Begrifflichkeit „Herzrhythmusstörung“ stellt somit nur den globalen Oberbegriff dar. Harmlose „Taktunreinheiten“ erlebt nahezu jeder im Laufe seines Lebens und dieses ohne jede Kenntnisnahme oder Symptome wahrzunehmen. Die Grenze von harmlosen zu kritischen Herzrhythmusstörungen hingegen ist fließend und individuell zu beurteilen. Herzrhythmusstörungen sind jedoch keine Erkrankung, sondern oftmals das Symptom einer Erkrankung. Diese können vielschichtig sein, ebenso die Einteilung. Eingeteilt werden können Herzrhythmusstörungen u.a.

  • nach ihrem Entstehungsort, was die häufigste Einteilungsart darstellt (Vorhof, Kammer oder Erregungsbildung und –leitungssystem)
  • nach der Geschwindigkeit in bradykarde (zu langsame Herzschlagfolge) und tachykarde (zu schnelle Herzschlagfolge) Herzrhythmusstörung
  • nach ihrer Gefährlichkeit in gut-, bös- oder potentiell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung
  • nach ihrer Entstehung in angeborene (Herzmuskelerkrankung, zusätzliche Leitungsbahnen, Ionenkanalerkrankung) oder erworbene (ischämisch, Herzwandverdickung und –verhärtung, Vergrößerung (Dilatation) des Herzmuskels) Herzrhythmusstörungen

Entsprechend der vorgenannten Unterteilung und ursächlichen Krankheitsbilder kann die Symptomatik, mit der die Herzrhythmusstörungen wahrgenommen werden, ebenso unterschiedlich ausfallen. Herzrhythmusstörungen kommen insgesamt sehr häufig vor. Gesunde bemerken diese oftmals überhaupt nicht, ansonsten werden diese oftmals als Herzstolpern (Palpitation) oder als ein kurzzeitiges Aussetzen des Herzschlages beschrieben. Ein Vorhofflimmern wird regelmäßig oder auch unregelmäßig als ein Herzklopfen „bis hin zum Hals“ beschrieben. Ist ein Herzmuskel, bedingt einer Vorerkrankung, bereits geschädigt, kann eine Herzrhythmusstörung eine Herzschwäche forcieren und begünstigen, bzw. eine bestehende Herzschwäche (Insuffizienz) verschlechtern. Diese kann sich beispielsweise durch Atemnot unter Belastung, im ausgeprägten Zustand auch in Ruhe, darstellen. Auch Herzschmerzen (Angina Pectoris) können vorkommen und eine Verschlechterung der Symptomatik bis hin zu Verschlechterung der Hirndurchblutung, welche sich entsprechend durch Schwindel, Seh- und Sprachstörungen, sowie Desorientierung darstellen kann.

Liegt eine bradykarde Herzrhythmusstörung – also ein zu langsamer Herzschlag – vor, so kann diese in ausgeprägten Fällen über Schwindel und Kollapszuständen bis hin zur vollständigen Ohnmacht (Synkopen) führen. In seltenen Fällen kann auch eine tödliche Asystolie bei einem AV-Block III° ohne Ersatzrhythmus vorkommen. AV-Block steht hier für eine Reizleiterstörung zwischen Atrium (A) und Ventrikel (V), was heißt, dass die Aorten- oder Pulmonalklappe kein Signal des Vorhofes erhält sich zu öffnen.

Bei gefährlichen Herzrhythmusstörungen wie einer ventrikulären Tachykardie (ventrikulär abgeleitet von Ventrikel, also der Herzkammer, Tachykardie = zu schnell) ist die Auswurfleistung, also das zu befördernde Blutvolumen je Herzschlag, derart eingeschränkt und reduziert, dass dieses nicht mehr ausreichend ist um den Kreislauf aufrecht zu erhalten und der betreffende Patient verliert das Bewusstsein. Kammerflattern, oder Kammerflimmern, ist die Folge einer gänzlich fehlenden mechanischen Herzaktion mit einem vollständigen Kreislaufstillstand (Asystolie). Kommt es, ohne jede Vorkenntnis und ohne jedes Voranzeichen zu einer derartigen Herzrhythmusstörung spricht man allgemein vom plötzlichen Herztod.

Die Diagnose, also die Manifestierung, einer Herzrhythmusstörung erfolgt in der Regel im EKG mit seinen unterschiedlichen Funktionen (Ruhe-, Langzeit-, Belastungs- und Streß-EKG). Entsprechend der Diagnose, bzw. der daraus abzuleitenden Ursache erfolgt dann auch die Festlegung der erforderlichen Therapie, welche, bedingt der vielzähligen Erkrankungsbilder ebenso umfangreich und speziell sein können. Wichtig ist, dass das Erkennen der Ursache der Herzrhythmusstörung entscheidend ist um überhaupt eine adäquate Therapie festlegen zu können. Eine reine Symptombehandlung kann und darf als Langzeittherapie nicht in Frage kommen.

Eine Therapie von Herzrhythmusstörungen ist grundlegend nur bei Herzkranken erforderlich. Hierzu zählen angeborene und erworbene Herzmuskelerkrankungen, aber auch temporäre Herzmuskelerkrankungen, wie z.B. eine Herzmuskelentzündung oder das Holiday Heart Syndrom. Bei Herzgesunden sind die häufigsten Herzrhythmusstörungen die Extrasystolen, also zusätzliche Herzschläge, welche jedoch gutartiger Natur sind. Eine medikamentöse Behandlung dieser, welche nur einer reinen EKG-Schönung dient, sollte ausbleiben.

Nach Art der Herzrhythmusstörung und deren Ursache kann eine medikamentöse Behandlung mit herzrhythmusregulierenden und –stabilisierenden Medikamenten erfolgen, s.g. Antiarrhythmika (Adenosin, Ajmalin, Amiodaron, Digitalis, Betablocker, Atropin, Flecainid, Calciumantagonist). Bei zu langsamen Herzschlägen wird oftmals eine elektrische Therapie durch den Einsatz eines Herzschrittmachers (Pacemaker) erfolgen. Bei immer wiederkehrenden gefährlichen Rhythmusstörungen wird oftmals ein Defibrillator implantiert (AICD).

HerzschrittmacherZur Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) kann bei Vorhofflimmern, bzw. –flattern, sowie bei ventrikulärer Tachykardie von außen ein elektrischer Reiz auf den Körper ausgeübt werden. Bei Kammerflimmern, spricht man bei Verwendung einer höheren Energie, von einer Defibrillation. Grundsätzlich gilt es, wie bereits erwähnt, die Grunderkrankung zu behandeln. Die Verwendung von elektrischen Impulsen von außen her wird jedoch regelmäßig in der Notfallmedizin angewandt um den Patienten ggf. wiederzubeleben. Im Anschluss gilt es hier selbstverständlich das ursächliche Krankheitsbild, welches zum Kreislaufstillstand führte, festzustellen und zu behandeln. Die invasive Behandlung, sprich der operative Eingriff, erfolgt, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht ausreichend erscheint, bzw. zur Wiederherstellung der Durchblutung von Herzkrankgefäßen mittels Bypass und/oder Stent oder eben die Herzklappenrekonstruktion, bzw. dessen Ersatz.

Bezüglich eines Herzklappenersatzes hatte ich hier bereits in den früheren Artikel "Was sind die Unterschiede zwischen einer künstlichen Herzklappe und einer Bioprothese?", sowie "Welche Operationsmethoden stehen für einen Herzklappenersatz zur Verfügung?" die entsprechenden Varianten und Möglichkeiten erörtert.


Was passiert eigentlich bei einem Herzinfarkt?

Wie ich Euch bereits berichtet habe, ist eine Thrombose „unser Feind No. 1“. Eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel, entsteht oftmals in den Becken- oder tiefen Beinvenen und wird dann mit dem Blutstrom durch den Körper gespült. Da unsere Blutgefäße, ähnlich wie das Geäst eines Baumes aufgebaut sind, haben diese unterschiedliche Durchmesser.

Die Blutgefäße des Herzens können in einem Kathederlabor sichtbar gemacht werden. Hierzu wird eine Schleuse beispielsweise in die Arterie in der Leiste eingesetzt, durch diese der Kardiologe dann den Katheder in die Blutgefäße einführt. Durch die Bauchschlagader gelangt er dann bis vor und auch in die linke Herzkammer. Auch unser Herzmuskel muss entsprechend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden – wie jedes Organ und jeder andere Muskel in unserem Körper auch.

Der Zugang zu den Koronargefäßen befindet sich, in Blutflussrichtung betrachtet, gleich hinter der Aortenklappe. Die Koronargefäße sind jene Blutgefäße, welche den Herzmuskel entsprechend versorgen und werden oftmals auch als Herzkranzgefäße beschrieben. Die bildliche Darstellung der Herzkranz- oder eben Koronargefäße bezeichnet man als Angiographie. Hierzu wird die Kathederspitze unmittelbar vor den Zugang zu den Herzkranzgefäßen platziert und in dem Moment, in dem das Herz sich zusammenzieht um das Blut zu den Organen zu pumpen, wird ein radioaktives Kontrastmittel durch den Katheder injiziert. Dieses Kontrastmittel verteilt sich entsprechend mit dem Blutstrom und kann auf dem Röntgenfilm sichtbar gemacht und gespeichert werden. Auf dem hier dargestellten Film ist die Verästelung der Herzkranzgefäße sehr schön sichtbar. Ebenso kann man sehr gut erkennen, wie diese immer feiner werden.

Es dürfte Euch jetzt insofern leicht möglich sein, was passiert, wenn ein Thrombus – ein Gebilde aus geronnenem Blut – sich seinen Weg durch dieses Geäst bahnen muss. Es wird sich, je nach Größe, irgendwo in den Verästelungen festsetzen und den Blutdurchfluss beeinträchtigen, bzw. zum Abbruch bringen. Auch kann eine Arterios Sklerose – also eine unnatürliche Verengung der Herzkranzgefäße durch Fett- und Cholesterinablagerungen dazu führen, dass ein Thrombus sich entsprechend festsetzt und ab dieser Stelle dann die Durchblutung und die Versorgung des Herzmuskelbereiches unterbricht.

Kommt es zu solch einem Versorgungsabbruch beginnt der betroffene Bereich des Herzmuskels zu sterben. Bemerkbar macht sich dieses durch stechende Schmerzen im Brustbereich, welcher in Arm, Rücken und/oder Kiefer ausstrahlen kann. Auch Schwindel und Kaltschweißigkeit können auftreten, ebenso wie eine Blassfärbung der Haut. Hier ist es unabdingbar, dass der Notarzt konsultiert wird um die Verstopfung der Herzkranzgefäße aufzulösen. Ist dieses, trotz hochmoderner intensivmedizinischen Mitteln nicht mehr möglich muss ein Bypass oder Stent gelegt werden. Ein Bypass ist letztendlich nichts anderes als eine Art Umleitung. Hierzu wird oftmals Arteriengewebe aus dem Bein gezogen und vor, wie auch hinter der Verstopfung an die Herzkranzgefäße angeschlossen. Bei einem Stent handelt es sich um ein schlauchartiges Drahtgeflecht, welches mittels Katheder in den betreffenden Engpass geschoben und dann mittels eines kleinen Ballons geweitet und in die Herzkranzgefäße gedrückt wird. Wenn dann die Luft auf dem Ballon wieder abgelassen wird ist die Durchblutung wieder hergestellt.

Bei Betrachtung des Herzkranzgefäßaufbaus ist sicherlich auch verständlich, dass je dicker die Stelle ist, an der es zu einer Verstopfung und dem daraus resultierenden Abbruch der Versorgung in den nachfolgenden Bereichen kommt, desto größer ist auch das Ausmaß eines Herzinfarktes und die Gefahr, dass doch relativ große Areale des Herzmuskels absterben. Kommt es zu einem Verschluss in den kleinen und kleinsten Gefäßen – was durchaus passieren kann ohne, dass man hiervon irgendwelche Anzeichen eines Infarktes verspürt – so ist der Bereich, in dem der Herzmuskel abstirbt entsprechend gering.

Wie bereits erwähnt, können Fett- und Cholesterinablagerungen einen Herzinfarkt um ein vielfaches begünstigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, sowie sein Körpergewicht achtet. Patienten, welche eine künstliche Herzklappe oder andere Implantate im Blutkreislauf tragen und zu einer ungewollten Blutgerinnung führen können, sollten ebenso, neben einer akribischen Marcumar-Therapie, entsprechend auf ihr Gewicht und die Ernährung achten.


Innere Blutungen – Blutverlust und man sieht doch nichts

Bedingt durch eine Herzerkrankung, bzw. dessen operative Beseitigung müssen viele Leute Blutgerinnungshemmer einnehmen um die möglichen Folgen einer Thrombose zu vermeiden. Eine Unterdosierung dieser Blutgerinnungshemmer kann entsprechend dann doch dazu führen, dass der Betroffene an einer Thrombose erleidet. Eine Überdosierung dieser Gerinnungshemmer kann jedoch ebenso schädlich sein – und das merkt man anfänglich erst einmal überhaupt nicht.

Doch erst einmal wollen wir die Frage klären, was genau eine innere Blutung ist. Innere Blutungen sind Blutungen, welche im Körper verbleiben und nicht nach außen treten. Aus diesem Grund sind innere Blutungen nicht offensichtlich zu erkennen. Aus diesem Grund ist es wichtig die Symptome, welche Anlass geben eine innere Blutung in Betracht ziehen zu können, zu kennen und im Notfall umgehend einen Notarzt zu konsultieren. Innere Blutungen können sehr rasch zunehmen, zu Herz-Kreislaufproblemen und bis hin zum Kreislaufstillstand, bzw. zum Tode führen.

Innere Blutungen können grundlegend an allen Blutgefäßen und Organen auftreten. Ein Verkehrsunfall, ein Sturz, ein kräftiges Stoßen können ausreichend sein. Erfolgt die daraus resultierende Verletzung unmittelbar unter der Haut macht sich die innere Blutung als blauer Fleck bemerkbar. Ansonsten treten, je nach Menge des Blutverlustes entsprechende Symptome auf, auf die ich nachfolgend eingehen werde. Aber auch eine Überdosierung von Blutgerinnungshemmern wie Marcumar, Phenprocoumon, Falithrom, o.a. oder Blutverdünnern wie Aspirin® können innere Blutungen auslösen. Da, wie bereits beschrieben, alle Blutgefäße und Organe innere Blutungen aufweisen können, können diese sich u.U. durch Blut im Stuhl, Bluterbrechen, Bluthusten und Blut im Urin bemerkbar machen.

Das Blutvolumen eines Erwachsenen liegt durchschnittlich zwischen 5 und 6 Liter. Bei Verlust von rund 1½ Litern können Symptome wie Schwäche, allgemeiner Schwindel und eine erhöhte Atemfrequenz auftreten. Bei Blutverlusten von mehr als 2 Litern können eine starke Verwirrtheit, vermehrter Schwindel, Kältegefühl in den Gliedmaßen, Angstgefühl, starke Schläfrigkeit und Bewusstseinseintrübungen bis hin zur Ohnmacht auftreten.

Betroffene, die einer oralen Antikoagulanzientherapier unterliegen müssen regelmäßig ihre Blutgerinnungswerte prüfen und entsprechend die Dosierung der Gerinnungshemmer neu festlegen. Anzeichen wie Einblutungen im Auge, Blutergussbildung bei leichteren Stößen, Nasen- und Zahnfleischbluten geben bereits Aufschluss auf einen erhöhten INR-Wert, bzw. eine zu stark reduzierte Blutgerinnung. Werden diese Symptome festgestellt sollte zeitnah der INR-/Quick-Wert geprüft und ggf. erforderliche Maßnahmen, in jedem Fall aber entsprechend des festgestellten Gerinnungswertes, eine neue Dosierung festgelegt werden.

Um inneren Blutungen fachgerecht Herr werden zu können ist die medizinische Abklärung unabdingbar. Oftmals ist ein operativer Eingriff erforderlich um die innere Blutung zu stoppen. Ein, durch den Blutverlust verursachter Eisenmangel, wird entsprechend durch eisenhaltige Infusionen ausgeglichen, bei schweren inneren Blutungen werden zudem Bluttransfusionen erforderlich. Ebenso wird eine stationäre Beobachtung von Nöten sein um ein erneutes Auftreten von Kreislauf- und Atemproblemen gleich im Ansatz zu erkennen und ggf. erforderliche Maßnahmen ergreifen zu können.

Zur Vorbeugung von inneren Blutungen sollten Patienten mit einer erblich bedingten Gerinnungseinschränkung die Einnahme von Blutgerinnungshemmern und Blutverdünnern vermeiden. Ebenso sollten Verletzungen weites gehend vermieden. Patienten, welche eine orale Antikoagulanzientherapie durchführen, sollten entsprechend umsichtig sein und Verletzungen und Stöße vermeiden, sowie, wie gelernt, seine Gerinnung regelmäßig prüfen und die Dosierung entsprechend optimieren. Patienten, die längere Zeit unter Eisenmangel leiden, sollten ebenfalls kontrollieren lassen, ob eventuell innere Blutungen vorliegen, insofern keine andere Ursache für den Eisenmangel bereits festgestellt wurde.

Patienten einer oralen Antikoagluanzientherapie unterliegen ständige den Risiken an einer Thrombose oder inneren Blutungen zu erleiden. Das Risiko einer Thrombose ist jedoch um ein vielfaches höher als das der inneren Blutungen, weshalb es überhaupt zur Einnahme der Blutgerinnungshemmer gekommen ist. Das Risiko an inneren Blutungen zu erleiden entsteht in der Regel nur bei unsachgemäßer Dosierung, weshalb es wichtig ist diese gewissenhaft durchzuführen.


Thrombosen – unser persönlicher Feind No.1

Unser Körper verfügt über ein einzigartiges Schutzsystem, welches bei Verletzungen dafür sorgt, dass wir nicht verbluten. Das Blutgerinnungssystem ist ein lebensnotwendiger Schutzmechanismus, dessen Gerinnungsfaktoren bei einer Verletzung aktiviert werden. Hierbei handelt es sich um ein Zusammenspiel aus roten Blutkörperchen, Blutplättchen und Fibrin. Kommt es zu einer Verletzung sorgen diese für eine Abdichtung der Verletzungsstelle und zeigen sich an der Hautoberfläche als die allseits bekannte Kruste. Unser Körper versucht dieses Blutgerinnungssystem immer in einem Gleichgewicht zu halten, denn eine übermäßige Neigung zur Blutgerinnung wäre ebenso schädlich und gefährlich wie eine unzureichende Blutgerinnung. Eine unzureichende Blutgerinnung kennen viele – zumindest vom Hörensagen her – bei der sogenannten Blutererkrankung, d.h. dass der Betroffene eine erheblich gestörte oder gar an einer völlig ausbleibende körpereigene Blutgerinnung leidet. Sollte es bei diesen Betroffenen zu einer Verletzung kommen, so müssen diesem Blutgerinnungsstoffe gespritzt werden, da er ansonsten durch die kleinste Verletzung erheblichen Schaden erleiden könnte.

Leidet ein Mensch an einer übermäßigen Blutgerinnung, besteht ein erheblich erhöhtes Risiko an den Folgen – einer Thrombose – zu versterben oder zumindest erheblich, gesundheitlichen Schaden zu erleiden. Thrombosen können nahezu in jedem Blutgefäß auftreten. Am häufigsten sind die tiefen Beinvenen und die Venen in der Hüfte betroffen, aber auch in Arterien kann es zu Thrombosen kommen.

Bei einer Thrombose kommt es zu einer Verklumpung des Blutes, welches, wie zuvor beschrieben, die eigentliche Aufgabe hat, Verletzungen abzudichten. Je nach Größe des Thrombus kann dieser an einer Stelle im Körper verursacht werden, setzt sich jedoch an einer anderen, engeren Stelle fest und stört dort den Blutfluss. Kommt es zu dieser Durchblutungsstörung im Bereich der Herzkranzgefäße so hat dieses einen Herzinfarkt zur Folge, bei einem Verschluss der Blutgefäße im oder zum Gehirn hin spricht man vom Schlaganfall und bei Verschluss der Gefäße in oder zur Lunge hin, von einer Lungenembolie. Dass in einem solchen Fall jede Sekunde zählt um einen gravierenden, bleibenden Schaden zu verhindern, oder zumindest einzudämmen, ist wohl selbstredend. Doch wie erkennt man eine Thrombose?

Nun, je nach Lage und Ausdehnung einer Thrombose können, wie zuvor beschrieben, die Folgen – und die daraus resultierenden Anzeichen und Symptome sehr unterschiedlicher Natur sein. Die Entstehung eins Thrombus ist zudem oftmals symptomfrei. Typisch, zumindest bei recht ausgeprägten tiefen Beinvenenthrombosen sind

  • Schwellung und Wärmegefühl am Fußknöchel, am Unterschenkel oder am ganzen Bein mit Spannungsgefühl
  • Gerötete und gespannte Haut mit einer eventuellen Blaufärbung
  • Spannungsgefühl und Schmerzen im Fuß, welche sich durch eine Hochlagerung lindern lassen
  • Überwärmung des betroffenen Beins

Doch viel interessanter und wichtiger als die Folgen und Symptome zu kennen, ist es wichtig die Risikofaktoren zu kennen, denn diese kann man oftmals, zumindest zum großen Teil, beeinflussen oder gar abstellen. Zu den Ursachen zählen

  • Änderungen der Blutzusammensetzung (Gerinnungsstörungen, erblich bedingte verstärkte Blutgerinnung, erblich oder medikamentös verminderte Fähigkeit Blutgerinnsel aufzulösen)
  • Bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente und Toxine, welche die Blutgerinnung beeinflussen (z.B. Anti-Baby-Pille)
  • Schwangerschaft
  • Dehydration (unzureichende Flüssigkeitsaufnahme was zu einer erhöhten Blutviskosität führt)
  • Herabgesetzte Blutströmungsgeschwindigkeit, z.B. durch erweiterte Venen oder Krampfadern
  • Durch äußeren Druck eingeklemmte Gliedmaßen
  • Durch Bettlägerigkeit verursachte Bewegungsunfähigkeit
  • Schädigungen der Gefäßinnenwände durch Langes, im Knie angewinkeltes, Sitzen bei Auto-, Bus- und Flugreisen, insbesondere bei Vorliegen der unten Risikofaktoren, Schäden traumatischer Natur (Verletzungen, Quetschungen, Operationen), degenerativer Veränderungen (altersbedingt), entzündliche Veränderungen der Venen, Diabetes mellitus, durch Rauchen bedingte hypoxische Gefäßwandschädigungen und Tumorinfiltrate.

Zu den Risikofaktoren zählen

  • Einnahme von Kontrazeptiva (Pille), insbesondere in Verbindung mit Nikotinkonsum, wobei die Thromboseneigung in unmittelbarer Abhängigkeit des verabreichten Hormons steht
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Flüssigkeitsmangel
  • Krebserkrankungen
  • Thrombosen in der Vergangenheit
  • Intravenöser Drogenmissbrauch wie z.B. durch das Injizieren von Heroin
  • Ungewohnte starke körperliche Belastungen
  • Bestimmte Herzrhythmusstörungen wie z.B. Vorhofflimmern
  • Künstliche Herzklappen
  • Faktor Leiden-V-Mutation

Je nach Ursache und Risikogruppe erfolgen temporäre Maßnahmen zur Verhinderung der Thrombosenbildung, wie z.B. Patienten, welche an einer Faktor Leiden-V-Mutation erkrankt sind (erblich bedingt), bekommen für gewöhnlich nur im Bedarfsfall (langes Liegen) niedermolekulares Heparin injiziert. Kommen hier jedoch auch frühere Thrombosen oder weitere Risikofaktoren hinzu kann auch hier eine Langzeittherapie mittels Marcumar, Phenprocoumon, Falithrom o.ä. angezeigt sein. Hingegen müssen Patienten mit einer künstlichen Herzklappe auf Lebzeiten mit vorgenannten Medikamenten versorgt werden da die Oberfläche der künstlichen Herzklappen erheblich eine ungewollte Blutgerinnung verursachen.


Wie lang sind unsere Blutgefäße?

Nun, ich habe ja hier schon versucht darzulegen, wie viel Liter Blut im Laufe unseres Lebens durch den menschlichen Körper gepumpt werden und ebenso die Frage, wie viele Herzschläge dazu erforderlich sind. Die Zahlen waren mit 775.785.600 Litern – oder dem Volumen von 31 Olympiaschwimmbecken – und 3.878.928.000 Herzschlägen doch sehr beachtlich.

Aber habt Ihr eigentlich auch eine Vorstellung davon, wie viele Blutgefäße durch unseren Körper verlegt sind?

Hierzu möchte ich einen kleinen Größenvergleich anstrengen. Zu diesem ziehen wir einen durchschnittlichen Mittelklassewagen heran. So ein Auto – so groß, dass dort problemlos 5 Personen und unzähliges Gepäck ihren Platz finden. Man geht hier von rund 2 km Kabel aus. Oder als weiteren Vergleich möchte ich unser Autobahnnetz hier in Deutschland anführen, welches stolze 12.044 km misst. Und was denkt Ihr, wie viel Kilometer Blutadern befinden sich im Körper eines erwachsenen Menschen?

Soviel vorweg – es ist ein Vielfaches!

Schaut auf Eure Handrücken, auf Eure Arme, Eure Beine. Überall seht Ihr Blutgefäße. Das, was Ihr da seht ist jedoch nur ein Bruchteil. Aufgebaut ist unser blutförderndes System ähnlich wie ein Baum oder auch der Kabelbaum in einem Auto. Die Hauptschlagadern sind dick. Das größte Blutgefäß ist die Bauchschlagader und kann mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen. Diese Gefäße verzweigen sich immer weiter und werden immer feiner. Die kleinsten Blutgefäße sind dann die Kapillargefäße, welche z.B. unsere Haut entsprechend versorgen.

Würde man nun alle Blutgefäße des menschlichen Körpers aneinanderreihen, so würden wir eine Strecke von sage und schreibe 150.000 km – in Worten: einhundertfünfzigtausend! Das entspricht einer Länge mit der wir mehr als dreimal um den Globus kommen würden. Der Umfang der Erde, gemessen am Äquator beträgt nämlich „nur“ 40.076,592 km. Unvorstellbar? Ja – aber wahr!

Und wenn man dieses berücksichtigt und sich dann noch einmal überlegt, dass unser Herz in der Lage ist, 775.785.600 Liter Blut mit 3.878.929.000 Herzschlägen durch eben diese über 150.000 km Blutgefäße zu pumpen und überall für den gleichen und den Erfordernissen entsprechenden Blutdruck zu sorgen – dieses im Normalfall zudem nahezu verschleißfrei – dann kann man hier wirklich von einem Meisterwerk der Natur sprechen.


Welche Operationsmethoden stehen für einen Herzklappenersatz zur Verfügung?

Wie bereits im vorangegangenen Artikel angekündigt, wollte ich Euch einen kurzen Überblick der zur Verfügung stehenden Operationsmethoden geben. Diese soll jedoch von einem speziellen Erkrankungsbild losgelöst sein und nur einen grundlegenden Überblick verschaffen. Welche Operationsmethode letztendlich zum Einsatz kommen würde entscheiden die Ärzte unter Berücksichtigung des akuten Krankheitsbildes und diverser Kontraindikationen (Ausschlusskriterien).

Den wohl größten Aufwand, sowohl aus personeller-, als auch zeitlicher Sicht stellt die Operation im offenen Herzen dar. Diese war früher das Standardverfahren und wird heute überwiegend noch dann angewendet, wenn es darum geht die Koronargefäße (Herzkranzgefäße) zu sichten und ggf. gleich Bypässe zu legen, da dieses dann gleich in einem gemacht würde. Hierbei wird dann der Brustkorb, durch Auftrennung des Brustbeins, geöffnet. Dank der heutigen Operationstechniker kann der Blutverlust auch bei einem derart großen Eingriff so gering gehalten werden, dass die Verabreichung von Fremdblut- und Fremdblutbestandteilen teils komplett ausgelassen werden. Bei dieser Art von Eingriffen ist der größte Personalaufwand erforderlich und setzt sich zusammen aus dem leitenden Operateur mit mehreren Assistenzärzten, dem leitenden Narkosearzt nebst Assistenten, den OP-Schwestern, welche den operierenden Ärzten zur Seite stehen, zwei bis drei Medizintechniker, welche die Herz-Lungen-Maschine bedienen sowie den Schwestern und dem Laborfachpersonal, welche ständig zwischen OP-Saal und Labor pendeln und Blutgasanalysen durchführen damit die Medizintechniker für eine optimale Versorgung des Patienten sorgen. Da kommen schnell mal 15-20 hochspezialisierte Fachkräfte zusammen.

Ist bei Kindern und jungen Heranwachsenden ein Herzklappenersatz in Aortenposition erforderlich kann hier unter Umständen die sogenannte „Ross-Operation“ angewandt werden. Bei diesem Verfahren wird die defekte Aortenklappe durch die körpereigene Pulmonalklappe ersetzt. Diese wiederum wird durch eine künstliche Klappe ersetzt. Was das bringen soll? Die Aortenklappe muss extremen Druckschwankungen standhalten, welche auch problemlos durch die Pulmonalklappe kompensiert werden können. Die Druckverhältnisse in der Pulmonalposition sind jedoch erheblich geringer, weshalb hier ein Implantat eine bedeutend höhere Lebenserwartung hat. In wie weit dieses Verfahren jedoch auch noch eine Zukunft hat ist relativ da die neuesten Herzklappenimplantate in Labortest eine Lebenserwartung von mehr als 100 Jahren erreicht haben.

Als nächste Operationsmethode gibt es dann noch die minimalinvasiblen Verfahren. Minimalinvasible Verfahren sind oftmals z.B. im Bereich der Knieoperationen zu finden. Hier wird über Endoskope und Monitore operiert. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass Operationswunden, welche ein grundlegendes Infektionsrisiko darstellen, sehr gering gehalten werden. Somit wird ein entsprechendes Infektionsrisiko minimiert. Hier gilt jedoch auch anzumerken, dass diese Operationsmethode oftmals nur in spezialisierten Kliniken angewendet wird. Was ebenso natürlich nicht außer Acht gelassen werden darf ist die körperliche Belastung eines solchen Eingriffes, welche für den betreffenden Patienten ebenso um ein vielfaches geringer ist als jenes, bei einem Patienten, der am offenen Herzen operiert wurde.

Ebenfalls zu den minimalinvasiblen Verfahren zählt der Herzklappenersatz mittels Katheder. Dieses Verfahren gibt es noch nicht allzu lange, doch auch hier wurden zwischenzeitlich Operationen in nicht unbeachtlicher Anzahl durchgeführt. Hierbei wird zu meist ein Katheder über die Oberschenkelarterie bis zum Herzen vorgeschoben. Die einzusetzende Herzklappe ist dabei zusammengefaltet in der Kathederspitze. Mittels Röntgenstrahlen wird die genaue Position ermittelt und die Herzklappe wird dann vor die defekte Herzklappe in die Gefäßwand gesetzt in dem ein kleiner Ballon aufgeblasen wird und das Drahtgeflecht, in dem die Herzklappe sitzt, bis in die Gefäßwand gepresst. Anschließend wird aus dem Ballon die Luft abgelassen und die Klappe in implantiert. Die Belastung für den Patienten, bei diesem Verfahren, ist natürlich sehr gering und es wird oftmals nur eine örtliche Betäubung im Bereich der Schleuse (der Ort an dem der Katheder in die Arterie eingeführt wird) benötigt. Auch der Personal- und Zeitaufwand sind um ein Vielfaches geringer und damit verbunden natürlich auch die Kosten.

Welche Operationsmethode zum Einsatz kommt ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Als Erstes ist hier natürlich die Grunderkrankung und der Allgemeinzustand des Patienten zu betrachten. Weiter gilt es natürlich auch die Möglichkeiten der Klinik in Bezug auf Technik und Personal zu berücksichtigen. Grundlegend werden sich in Zukunft vermutlich die minimalinversiblen Operationsmethoden durchsetzen da diese, wie beschrieben, nur einen Bruchteil an Personal, Zeit und Technik binden und somit die Kosten entsprechend senken. Vor allem ist die Belastung für den Patienten entsprechend bedeutend geringer, was ebenso für diese Operationsmethoden spricht.


Was sind die Unterschiede zwischen einer künstlichen Herzklappe und einer Bioprothese?

Nun, wurde erst einmal festgestellt, dass eine der vier natürlichen Herzklappen derart geschädigt und ein Austausch unumgänglich ist, stellt sich die Frage nach der Art des Herzklappenersatzes. Zur Verfügung stehen mechanische Herzklappen – landläufig als künstliche Herzklappe im Sprachgebrauch – und sogenannte Bioprothesen. Jede Art hat seine Vor- und Nachteile und natürlich seine Daseinsberechtigung.

mechanische HerzklappeDie mechanische Herzklappe besteht oftmals aus Metall, seltener aus Kunststoff. Zum Einnähen in die betreffende Herzposition ist ein Saum aus Polyester vorhanden. Dieser ist jedoch auch bei einer Bioprothese vorhanden. Die heut zu Tage eingesetzten mechanischen Herzklappen haben in Labortests bereits eine Lebenserwartung von 100 bis zu 300 Jahre erreicht. Ermittelt wird dieser Wert an Hand von Tests, in denen die Herzklappe so oft geöffnet und wieder geschlossen wird, wie es im Laufe ihres Einsatzes zu erwarten ist. Zugrunde legt man hier einen Puls von 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Somit haben die mechanischen Herzklappen eine Lebenserwartung die die von Bioprothesen um ein Vielfaches übersteigt.

Der Nachteil, wie Euch sicherlich bekannt ist, liegt in der Oberfläche der mechanischen Herzklappen, da hier die Bildung von Blutgerinnseln forciert wird. Der Grund, weshalb Patienten, denen eine mechanische Herzklappe eingesetzt wird, einer lebenslangen Antikoagulation bedarf. Ein weiterer, jedoch subjektiver Nachteil ist, das Empfinden die Herzklappe zu hören. Gewiss ist dieses nicht zwangsläufig als subjektiv zu betrachten denn das Ticken der Herzklappe ist definitiv hörbar. Doch in wie weit man dieses als störend empfindet ist eine rein subjektive Ansicht, derer sich auch niemand zu schämen braucht.

BioprotheseAls Gegenstück zur mechanischen Herzklappe steht die Bioprothese zur Verfügung. Diese besteht aus einem Trägergerüst, ähnlich wie ein Stent, und besitzt, ebenso wie die mechanische Herzklappe, einen Polyestersaum. Das Klappenmaterial kann sowohl vom Menschen, als auch vom Schwein stammen. In jedem Fall ist hier eine biochemische Behandlung des Klappenmaterials erforderlich, welche jedes organische Material entfernt, denn das organische Material ist es, was ansonsten zu Abstoßungsreaktionen führen würde.Gängig sind hier jedoch die Bioprothesen, deren Klappenmaterial vom Schwein stammt.

Die Lebenserwartung einer Bioprothese liegt bei 5 bis 10 Jahren, weshalb sie eigentlich nur noch bei Patienten eingesetzt werden, welche entweder, bedingt des bereits erreichten Alters, keine allzu hohe Lebenserwartung mehr haben oder aber eine Kontraindikation – also eine andere Erkrankung – vorliegt, welche eine lebenslange Therapie mittels Marcumar nicht zulassen. Bei Einsatz einer Bioprothese wird Marcumar nur für rund 3 bis 6 Monate verabreicht, womit also auch eine Bioprothese, trotz ihrer bedeutend geringeren Lebenserwartung, eine ganz klare Daseinsberechtigung hat.

Grundlegend muss festgehalten werden, dass sich in den vergangenen Jahren, im Bereich der Herzchirurgie, eine Menge getan hat. Ebenso auch die Ansichten, welche zur Entscheidung für einen Herzklappenersatz führen, haben sich in den vergangenen Jahren erheblich geändert. War man früher der Ansicht so lange es nur irgendwie möglich war mit einem derart großen Eingriff zu warten, wird heute doch eher die Ansicht vertreten, den Eingriff früher durchzuführen. Aber keine Sorge – leichtfertig wird hier keine Operation durchgeführt, welche vermeidbar wäre, denn eines muss ebenso klar gesagt werden: So ein Eingriff ist kein Spaziergang – weder für den Patienten, noch für die Operateure! Dennoch achtet man heute darauf, dass die Operation möglichst noch zu einem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem der Patient selber noch einen möglichst günstigen Allgemeinzustand aufweist. Denn dieses begünstigt den Operationsverlauf, als auch die anschließende Genesung ganz erheblich.

Und da hier nun schon das Thema der Operation angesprochen wurde werdet Ihr im nächsten Bericht etwas über die unterschiedlichen Operationsmethoden erfahren.


Was versteht man unter einer Aortenklappeninsuffizienz?

Die Aortenklappeninsuffizienz, oftmals auch nur als Aorteninsuffizienz (AI) genannt, beschreibt grob gesagt eine Undichtigkeit der Aortenklappen. Die Aortenklappe ist die Blutauslassklappe aus der linken Herzkammer, über die das frisch mit Sauerstoff angereicherte Blut zu den Organen, Muskeln und zum Gehirn gepumpt wird um diese mit Sauerstoff und den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

Bedingt der Undichtigkeit kommt es dazu, dass das Blut, welches zu den Organen, Muskeln und zum Gehirn gepumpt werden soll, entgegen der Fließrichtung teilweise wieder zurück ins Herz läuft. Dies führt dazu, dass es in den zu versorgenden Regionen, je nach Ausmaß der Undichtigkeit und dem damit verbundenen Rückfluss zu einer Unterversorgung kommt. Da der Mensch und der menschliche Organismus sehr anpassungsfähig sind, versucht der Organismus dieses auszugleichen. Anfänglich erfolgt dieses durch eine Erhöhung der Herzfrequenz. Je nach Ausprägung der Undichtigkeit und der unbehandelten Zeit kann dieses im weiteren Verlauf zu einer Ventrikeldilatation, das ist eine Vergrößerung der linken Herzkammer, führen. Dazu kommt es, dass sich unser Körper und unser Herz versuchen sich zu schützen. Eine ständig erhöhte Herzfrequenz führt letztendlich zu einem erhöhten „Verschleiß“ des Herzen. Durch eine Vergrößerung der linken Herzkammer kann das zu pumpende Blutvolumen erhöht, und somit die Herzfrequenz wieder reduziert werden. Eine Ventrikeldilatation ist jedoch erst bei einer sehr ausgeprägten und langzeitig nicht behandelten Undichtigkeit zu erkennen. Weitere Erscheinungen wären dann die Herzwandverdickung, bis hin zur Herzwandverhärtung und daraus resultierenden Herzwandbewegungsstörungen.

Die Begrifflichkeit der Aortenklappeninsuffizienz besagt also nichts anderes als eine Undichtigkeit. An Hand des Umfangs der Undichtigkeit erfolgt die Einstufung in 4 Kategorien, bzw. Grade. Was mit diesem Begriff jedoch nicht ausgesagt wird ist die Ursache. Diese kann vielzählig sein. Früher waren es oftmals rheumatische Fiebererkrankungen und bakterielle Infekte, welche die Aortenklappe geschädigt haben. Zweithäufigste Ursache ist eine angeborene Fehlanlage. Wie Ihr sicherlich wisst, hat die Aortenklappe im gesunden Zustand drei Segel und ist, in der Draufsicht, aufgebaut die das Markenzeichen einer renommierten deutschen Automarke. Bei einem angeborenen Anlagefehler fehlt eines dieser Segel und die verbleibenden zwei Segel decken jedoch nahezu die gesamte Herzklappenöffnungsfläche ab. Hier spricht man von der sogenannten bikuspiden Aortenklappe. Noch seltener ist die unikuspide Anlage. Oftmals mit einer Fehlanlage einhergehend kommt es dann zu einer Bindegewebsermüdung der Herzklappensegel und diese „fransen“ dann aus wie eine Fahne im Wind, was die Undichtigkeit entsprechend begünstigt, bzw. verstärkt.

Eine Aortenklappenundichtigkeit ist eine mit der am häufigsten übersehenen Herzklappenerkrankung da diese im EKG nicht erkennbar ist. Viele Patienten leben mit einer solchen Erkrankung ohne von dieser Kenntnis zu nehmen da, wie bereits beschrieben, der menschliche Organismus sehr anpassungsfähig ist. Erste Anzeichen, dass etwas nicht mehr so ist wie man es gewohnt ist, sind dabei Atemnot – diese jedoch oftmals nur unter Belastung, bei einer sehr ausgeprägten Insuffizienz dann auch im Ruhezustand. Beim Abhören können sich Geräusche darstellen, die dem Arzt einen ersten Anhaltspunkt geben, dass mit der Aortenklappe etwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Bildlich dargestellt werden kann die Aortenklappeninsuffizienz im Ultraschall des Herzens oder mit einer Kathederuntersuchung unter Verwendung von Kontrastmittel.

Ist eine Aortenklappeninsuffizienz derart ausgeprägt gibt es eigentlich nur noch die Möglichkeit der Operation. Entweder es ist noch eine Rekonstruktion der Aortenklappe möglich oder diese muss ausgetauscht werden. Ein „Austausch“ kann durch die eigene Pulmonalklappe erfolgen, was in der Medizin als Ross-Operation bezeichnet wird. Diese ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Üblicherweise kommt es zum Herzklappenersatz durch entweder eine mechanische Herzklappe oder eine Bioprothese. Den Unterschied werde ich in einem weiteren Artikel beschreiben.


Wie arbeitet unser Herz?

Nun, unser Herz - ein Meisterwerk der Natur - ist im Normalfall nicht größer als die geballte Faust. In diesem doch recht geringen Umfang ist ein ausgeklügeltes 2-Kreis-Pumpsystem enthalten. Unterteilt wird dabei in einen kleinen und einen großen Kreislauf, welche jedoch ineinander greifen. Vorstellen kann man sich das wie eine 8.

Wir beginnen in der Lunge. Hier wird über die Alveolen der verbrauchte Sauerstoff dem Blut entzogen und in die Ausatemluft abgegeben. Zeitgleich wird das Blut mit dem Sauerstoff der Einatemluft angereichert. Von hier aus geht es dann in den linken Vorhof (Atrium) und in die linke Herzkammer (Ventrikel). Durch die Aortenklappe wird dann das "frische Blut" in den Körper gepumpt um dort die Organe, das Gehirn und unsere Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen.

Von den Organen, dem Gehirn und den Muskeln wird dann das "verbrauchte Blut", bzw. das Blut mit dem verbrauchten Sauerstoff wieder zurück zum Herzen geführt. Dort angekommen wird es über den rechten Vorhof, durch die rechte Herzkammer wieder in Richtung Lunge gepumpt. Dabei ist die Pulmonalklappe quasi das Gegenstück der Aortenklappe.

Aorten- und Pulmonalklappe sind die 3-zipfeligen Segeltuchklappen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine defekte Aortenklappe beispielsweise durch die Pulmonalklappe ersetzt werden. Dieses Verfahren ist die sogenannte Ross-Operation, über die wir jedoch gerne zu einem späteren Zeitpunkt berichten werden.

Zwischen den Vorhöfen (Atrien) und den Herzkammern (Ventrikel) befinden sich die Mitralklappen. Alle 4 Klappen, das damit verbundene Öffnen und Schließen, ist optimal auf einander abgestimmt um so immer die Blutflussrichtung beizubehalten.

Der Herzschlag (Puls) wird dabei immer den Erfordernissen angepasst. Klar ist, dass der menschliche Körper unter Belastung bedeutend mehr Sauerstoff benötigt. Da das Pumpvolumen letztendlich durch die Größe der Herzkammern begrenzt ist, hat das Herz nur eine Möglichkeit dem Sauerstoffbedürfnis unter Belastung gerecht zu werden - es muss schneller schlagen. Dabei muss der Blutdruck von Kopf bis Fuß ebenso gleich gehalten werden. Und da kommen wir einer weiteren Besonderheit unseres Herzens auf die Spur - dem Blutdruck.

Unter Belastung steigt auch dieser. Das Problem hierbei sind jedoch die gravierenden Querschnittunterschiede in unseren Blutgefäßen. Die kleinsten Gefässe, die Kapillargefäße, sind nur wenige Bruchteile eines Millimeters groß und versorgen zum Beispiel unsere Haut. Das größte Blutgefäß ist die Bauchschlagader, welche vom Herzen hinab geht um dort die inneren Organe und die Beine mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Der Querschnitt, bzw. Durchmesser der Bauchschlagader beläuft sich auf mehrere Zentimeter. Vergrößert man diese unterschiedlichen Querschnitte maßstabsgetreu so würden die Kapillargefäße ein Nadelöhr darstellen, während die Bauchschlagader die Ausmaße einer Tunneleinfahrt einnehmen. Und jetzt versuchen Sie mal bei diesen unterschiedlichen Größenordnungen überall für den gleichen Blutdruck zu sorgen. Hier ist jedoch der gesamte Körper gefordert, der über mehrere "innere Blutdruckmesssysteme" und die Eigenschaft, die Blutgefässe zu erweitern und zu verengen, verfügt. Dieses ausgeklügelte System und Zusammenspiel zwischen Herz und Körper sorgen entsprechend dafür.

Gestört werden kann dieses Zusammenspiel auf unterschiedliche Art und Weise, auf die wir ebenso zu gegebener Zeit eingehen werden. Der kleine Kreislauf umfasst den Bereich Lunge/Herz, während der große Kreislauf den Bereich vom Herzen zum Körper umfasst.


Wieviel Liter Blut pumpt das menschliche Herz?

Nun, auch diese Frage lässt sich natürlich nur rein statistisch beantworten da der menschliche Körper, die Lebensgewohnheiten, die Umstände und Krankheiten viel zu individuell sind. Aber nehmen wir wieder die durchschnittliche Lebenserwartung von 82 Jahren und einen durchschnittlichen Puls von 90 Schlägen pro Minute an.

Durchschnittlich befördert das menschliche Herz rund 0,2 Liter mit jedem Herzschlag. 0,2 Liter entspricht dem Inhalt eines normalen Bierglases - also kein Weizenbierglas und auch kein Glas wie man es üblicher Weise auf dem Oktoberfest vorgesetzt bekommt.

Umgerechnet heißt dieses, dass unser Herz bereits in jeder Minute, was umgerechnet 18 Litern oder eben dem Inhalt von 90 Biergläsern entspricht, befördert. In einer Stunde reden wir somit schon von 1.080 Litern Blut. Da es jetzt schon zu umständlich wäre weiter in Biergläsern zu rechnen nehmen wir die deutsche Normbadewanne, deren Inhalt rund 140 Litern entspricht. Somit würde unser Herz bereits in einer Stunde den Inhalt von 7,7 deutschen Normbadewannen umwälzen. Wahnsinn, oder?! Aber noch lange nicht das Ende!

Binnen eines Tage hat unser Herz, nach 129.600 Herzschlägen, bereits 25.920 Liter Blut befördert. Auch hier, zur besseren Veranschaulichung die Umrechnung in die deutsche Normbadewanne, derer es dem Inhalt von 185,1 Badewannen entsprechen würde. Und das an einem Tag!

Für die weiteren Rechenschritte eignen sich, was wohl jeder nachvollziehen kann, die deutschen Normbadewannen und das Bierglas schon lange nicht mehr. Daher greifen wir zu einem größeren Vergleichsmittel... dem Olympiaschwimmbecken. Ein Schwimmbecken muss, damit es den Anforderungen der olympischen Spiele entspricht, 50 Meter lang, 25 Meter breit und mindestens 2 Meter tief sein. Somit passen in ein solches Becken satte 2,5 Millionen Liter.

Binnen einen Jahres fördert unser Herz das Volumen um mit dem man 3,8 Olympiaschwimmbecken füllen könnte, nämlich 9.460.800 Liter! Und man bedenke, dass diese Leistung im Normalfall nahezu wartungs- und verlustfrei durchgeführt wird. Unser Herz, ein Wunderwerk der Natur, es schlägt, und schlägt, und schlägt immer weiter.

Und wenn dann, nach den verstrichenen durchschnittlichen 82 Jahren, was aktuell der Norm-Durchschnittslebenserwartung entspricht, dann doch unser Herz seine bis dahin treuen Dienste einstellt hat es 3.878.928.000 mal geschlagen und damit das Volumen von 775.785.600 Litern - oder umgerechnet den Inhalt von 31 Olympiaschwimmbecken befördert und gepumpt. Also eine Leistung, welche es kein künstlich geschaffener Motor mag zu verrichten. Nach solch einer Leistung darf man also ruhigen Gewissens sagen, es hat ausgedient und soll in Frieden ruhen.


Wie oft schlägt ein Herz im Leben?

Nun, diese Frage kann man natürlich nur rein statistisch betrachten und beantworten. Nach derzeitigen Statistiken beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung eines deutschen Bundesbürgers rund 82 Jahre.

Das Menschliche Herz passt seine Frequenz immer den aktuellen Gegebenheiten an. Bei Ruhe und im Schlaf schlägt es, insofern keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorliegen bedeutend weniger als wenn wir zum Beispiel unter Stress im Berufleben stehen oder Sport machen. Aber im Grunde kann man sagen, dass der menschliche Puls bei durchschnittlich 80-100 Schlägen pro Minute liegt.

Nehmen wir mal den Mittelwert von 90 Schlägen pro Minute an (rein statistisch) um überhaupt eine annähernde Berechnung durchführen zu können.

90 Schläge/min mal 60 Minuten = 5.400 Schläge pro Stunde
5.400 Schläge/h * 24 Stunden = 129.600 Schläge pro Tag
129.600 Schläge/d * 365 Tage = 47.304.000 Schläge pro Jahr
47.304.000 Schläge/a * 82 Jahre = 3.878.928.000 Schläge im Leben

Unser Herz schlägt also im Leben durchschnittlich 3.878.928.000 mal. Und wenn man berücksichtigt, dass dieses unter normalen Umständen nahezu verschleißfrei erfolgt, dann kann man hier wirklich von einem Meisterwerk der Natur reden... und hat damit wahrlich noch untertrieben. Die Laufleistung eines jeden modernen High-Tech-Motors ist um ein vielfaches geringer.

Für jeden, der vor hat, irgendwann einmal als Millionär leben zu können, hier ein kleiner Tipp: Wenn Ihr es schafft eine Pumpe, die nur annähernd in der Lage ist, die Leistung des menschlichen Herzens zu imitieren und dabei nicht unwesentlich größer ist und vermag sich den jeweiligen Situationen entsprechend anzupassen, dann habt Ihr Euer Ziel erreicht.



Diese Bibliothek wird kontinuierlich ausgebaut werden. Sollten Sie selber Themen oder Fragen haben, so lassen Sie uns diese gerne wissen. Gerne nehmen wir diese hier mit auf. Lassen Sie uns hierzu einen Gästebucheintrag oder eine Email an kontakt@inr-management-system.eu zukommen. Helfen Sie uns hier ein umfassendes Nachschlagewerk aufzubauen. Wir danken vielmals für Ihre Unterstützung.