2.3 - Die Entwicklungsgeschichte des INR Management System online


Nun, wie Sie den Grundgedanken und die Hintergründe, welche mich zur Entwicklung des INR Management System online brachten, unter der Idee nachlesen konnten, habe ich letztendlich die selbe Erfahrung machen müssen, wie wohl jeder von uns.

Mit der Geburt der Idee gingen auch die umfangreichen Recherchen los. Ich habe wochenlang das Internet nach Ansätzen gewälzt, habe mich Ewigkeiten mit meinem damaligen Hausarzt zu dieser Thematik unterhalten. Er, und auch die Recherche im Internet haben jedoch bestätigt, dass es noch nichts vergleichbares auf dem Markt gibt. Es gibt in den USA ein vergleichbares Programm, allerdings gibt es in Amerika kein Phenprocoumon, Marcumar, Falithrom oder wie all die Präparate und Wirkstoffe, welche hier in der Bundesrepublik Deutschland auf dem Markt erhältlich sind. In den USA wird der Wirkstoff Wafarin angeboten, welcher über eine Halbwertzeit verfügt, die gerade mal halb so hoch ist wie die der hier erhältlichen Präparate. Also kann unterm Strich festgehalten werden, dass hier zu Lande die Dosierung dieser Präparate per Bauchgefühl erfolgt.

Im Rahmen der Internetrecherche bin ich dann auch auf Informationen gestoßen, welche Auskunft über die finanziellen Folgen und Schäden bei den Krankenkasse hinweisen. Aktuell zahlt unser Gesundheitswesen rund 8 Milliarden Euro pro Jahr, nur für die Behandlung der Folgen einer Über- oder Unterdosierung. Auf Grund der demografischen Entwicklung ist mit einem Anstieg dieser Kosten in den nächsten Jahren zu rechnen. Zudem gibt es in Deutschland derzeit rund eine halbe Millionen Patienten, welche einer oralen Koagulanzientherapie unterliegen - auch hier gilt es die demografische Entwicklung zu berücksichtigen! Noch ein Grund mehr, für eine Anwendung wie die des INR Management System online.

Ich fertigte im Laufe der Wochen, Monate und Jahre unmengen an Aufzeichnungen meiner Werte an und verglich diese von Woche zu Woche auf's Neue. Ich erstellte Algorithmen und Formeln, verwarf diese und stellte neue Algorthmen auf. Bis ich dann die ersten realistischen Ansätze hatte. Dieser diente als erste "Basis" und wurde im weiteren Verlauf immer ausgereifter. Zur besseren Handhabung hatte ich dann ein Programm in Visual Basic geschrieben, welche den Algorithmus beinhaltete und die unzähligen Rechenschritte automatisiert ausführte. Zudem nahm mir dieses Programm dann erhebliche Aufwendungen für die Niederschrift der Erfahrungen ab.

So wurde das INR Management System geboren und ist als zu installierende Anwendung zu haben. Dieses stellte ich dann auch der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland Pfalz vor. Der Leiter war von der Idee doch sehr angetan, hatte jedoch noch ein gewaltiges Problem - es gab, außer meinen Werten, keinerlei Referenzwerte. So stellte mir der Leiter der KV RLP einen Kontakt zu einem niedergelassenen Hausarzt und Internist her. Dort hatte ich dann auch sehr schnell einen Termin erhalten um mein INR Management System vorstellen zu können. Immerhin nutzte ich dieses Programm zu diesem Zeitpunkt schon etwas über ein Jahr und hatte in dieser Zeit die INR-Werte zu 98,2% innerhalb meines individuellen therapeutischen Zielbereichs gehabt. Auch dieser war von meiner Idee und der bisherigen Entwicklung mehr als begeistert. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, war dieser so begeistert, dass er sich dann damit beschäftigte, ein eigenes Programm zu entwickeln. Nun, da ich ihm keine Details meines Algorithmus verraten hatte sehe ich mich noch ganz klar im Vorteil.

Ich habe das Programm lange Zeit ruhen lassen und keine weitere Energie investiert um mein INR Management System marktfähig zu machen. Wie sollte ich es auch bewältigen. Wie soll ich an weitere Referenzwerte kommen? Eine offizielle Studie kann mal schnell mehr als eine Millionen Euro und mehr kosten. Mittlerweile verwende ich mein INR Management System nahezu 3.5 Jahre, und das zusehend und nachweislich mit sehr gutem Erfolg. Selbst ein weiterer zahnchirurgischer Eingriff verlief absolut komplikationslos, was die Einstellung des dazu erforderlichen INR-Wertes betraf. Eine Punktlandung im ersten Anlauf! Und dann stellte sich mir die Frage, warum ich nicht versuche hier und auf diesem Weg weitere Ergebnisse zu erhalten? Und so setzte ich mich hin und habe in wochenlanger Arbeit diese Web-Seiten entwickelt, den Algorithmus umgeschrieben und alles internetfähig gemacht. Eigentlich bin ich kein Webdesigner und meine Kenntnisse in der Anwendung von PHP, HTML und MySQL waren mehr als bescheiden, weshalb es galt auch hier erst einmal zu lernen. Wundert Euch also bitte nicht über das mehr als bescheidene und spartanische Layout meiner Website. Primär lag mein Ziel eben darin, Euch eine einfach zu handhabende Oberfläche ohne großen Schnickschnack zur Verfügung zu stellen, die Werte entsprechend speichern zu können und für die notwendige Sicherheit zu sorgen.

Ich danke Euch jedenfalls für Eure Unterstützung und halte Euch hier gerne weiter auf dem Laufenden. Gerne könnt Ihr mich auch per Email anschreiben und nachfragen. Bitte habt Verständnis, dass ich keine Relevanz sehe die Leute mit Newslettern zu bombardieren... diese Landen ohnehin zu 90% als ungelesen in den Mülleimern. Solltet Ihr jedoch Fragen haben, so stehe ich Euch gerne und jederzeit zur Verfügung.

Herzlichst
Euer

Markus Patten