2.2 - Die Idee des INR Management System online


Selbst als Patient seit 2007 betroffen, musste ich anfänglich die Erfahrung und das Erlebnis, wie viele Andere auch, durchleben, dass die Ärzte und Fachärzte den Versuch starteten, mich versuchten auf meinen individuellen therapeutischen Zielbereich einzustellen. Ergebnis: Meine Gerinnungswerte durchlebten eine wahre Achterbahnfahrt.

Da stellt man sich als Patient, die Schulung zum INR-Selbstmanagement, noch nicht begonnen, berechtigter Weise die Frage nach welchen Faktoren die Ärzte denn die Dosierung der Coumadin-Präparate festlegen. Auch ich habe mir diese Frage nicht nur einmal gestellt. Am Ende war es so, dass ich das erste mal meinen therapeutischen Zielbereich erreichte und einhielt, nachdem ich die Schulung zum INR Selbstmanagement absolviert und den Gerinnungsmonitor durch die Krankenkasse zur Verfügung gestellt bekommen habe. Von diesem Zeitpunkt an beäugte ich meine Messwerte und die daraus resultierend festgelegten Dosierungswerte mit Argusaugen.

Und dann dachte ich, dass ich meine Werte gefunden hätte, es lief eine Weile richtig gut und ich konnte längere Zeit bereits bewährte Dosierungsmengen ansetzen. Doch dann - ich ermittelte einen INR-Wert, den ich nun schon längere Zeit nicht mehr hatte, blickte in meine Aufzeichnungen und setze eine Dosierung an, welche seinerzeit mich auf Anhieb auf meinen therapeutischen Mittelwert brachte. Aber diesmal mit einem ganz anderen Erfolg. Was war anders als "damals"? Ich hatte mehrere Kilogramm Gewichtsunterschied zwischen der damaligen und der aktuellen Messung. Aha! Es muss also ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der erforderlichen Dosis und dem Körpergewicht bestehen. Aber - das sei an dieser Stelle auch erwähnt - ist nur eine Komponente der vielen unzähligen Faktoren!

Zwischendurch musste ich mich einem zahnchirurgischen Eingriff unterziehen und der Zahnarzt meinte zu mir, dass ich meinen Gerinnungswert auf INR 1.3 einstellen müsse. Aber glaubt jetzt nicht, dass mir mein Zahnarzt auch nur im Ansatz eine Empfehlung für die Dosierung aussprechen konnte. Und mein Hausarzt, den ich zu dieser Fragestellung konsultierte, legte eine Dosierung auch wieder nur nach Bauchgefühl fest.

Nun, all diese Erfahrungen brachten mich auf die Idee, dass es doch eine Möglichkeit geben muss, anhand derer es möglich sein sollte, die erforderliche Korrektur- und Erhaltungsdosis ermitteln zu können. Die Idee zum INR Management System online war geboren!